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Roller vor der Grundschule Weßling.

Investition

18.000 Euro für neue Radlständer an der Grundschule

Das ist eine Investition, die die Bürger zum Umsteigen motivieren soll: Weßlings Gemeinderat stellt 18.000 Euro für neue Radlständer an der Grundschule zur Verfügung. Es gab aber auch Kritik an dem Vorhaben.

Weßling – Weßling soll eine fahrradfreundliche Gemeinde werden. Damit auch der Nachwuchs motiviert aufs Rad steigt und zur Weßlinger Grundschule fährt, sollen dort in Zukunft überdachte Fahrrad- und Roller-Abstellplätze entstehen. Am Dienstag sprachen sich elf von 19 Gemeinderäten dafür aus.

Geworben hatten Bürgermeister Michael Muther und sein Vize Michael Sturm (FW) damit, dass man auf diese Weise die Weßlinger „von klein auf zum Radfahren anleitet“. Oder anders gesagt: das Rad oder den Roller als Transportmittel attraktiver macht als das gleichfalls beliebte Eltern-Taxi. „Die bisherigen Fahrradabstellflächen sind durch die zwei zusätzlichen Klassenzimmer im Lernhaus nicht mehr ausreichend für alle Schüler“, war nur ein Argument des Antragstellers „Arbeitskreis mobil & lebenswert“ für die Neuanschaffung. Mit dem Lernhaus ist das alte Feuerwehrhaus gemeint. Die Räder lägen nun teilweise kreuz und quer wie Stolpersteine vor dem Eingang der Grundschule. Geplant ist, die bestehenden Radständer an die Hauswand zu verschieben und dort zu befestigen. Dort, wo die Ständer sich bisher befanden, soll eine überdachte Abstellanlage für 24 Roller und 14 Fahrräder montiert werden.

Kosten würde das Ganze rund 18 000 Euro. Eine Investition, die in der Ratsrunde auch auf Widerstand stieß. Susanne Mörtl etwa hatte an diesem sonnigen Dienstagmorgen zehn Fahrräder und elf Roller vor der Schule gezählt. Die veranschlagte Summe erschien ihr angesichts der geringen Anzahl an Zweirädern unverhältnismäßig. Und sie fragte sich laut, was mit den Stellplätzen passiert, wenn die Schüler in ein paar Jahren in die geplante neue Schule beim Sportplatz umziehen. Sturms Einwand, dass die Gestelle dann an einen anderen Standort in der Gemeinde verlegt werden könnten, überzeugte Christian Zollner (FW) nicht. Der Hochstadter sah besonders die geplante Überdachung kritisch. Dazu müsse ein teures Fundament gebaut werden. Unterstützung erhielt er von Siglinde Wastian (BG). Sie warf nur eine Frage in den Raum: „Wie viele Kinder fahren mit dem Rad, wenn es regnet oder schneit?“ Und erntete damit von einigen Räten ein zustimmendes Nicken. Peter Weiß’ (FW) Vorschlag, dass der Elternbeirat die Überdachung baut, scheiterte am TÜV, der den Eigenbau abnehmen müsste.

Am Ende stimmte das Gremium mit einer knappen Mehrheit für die Investition. Die kritischen Stimmen nahm Sturm aber durchaus ernst. „Ich spreche noch einmal mit den Antragstellern“, versprach er auf Rückfrage unserer Zeitung. Vielleicht könnte das Glas durch ein günstigeres Material ersetzt werden. „Oder es findet sich ein großzügiger Spender für die Überdachung.“

Von Michèle Kirner

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