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15 Cent für einen Krokus: Archivar Erich Rüba freut sich über die Spenden in seiner gläsernen Kasse. 

Pflanzaktion

1000 Krokusse für den Galeriegarten

Archivar Erich Rüba hat beim Alten Rathaus in Weßling eine Pflanzaktion initiiert. Es könnte nächsten Frühling ganz schön bunt werden im Garten der Galerie.

Weßling – Erich Rüba, Kurator der Galerie Weßling im Alten Rathaus, ist um eine Idee nie verlegen. Sein jüngstes Projekt: eine Krokusaktion für den Galeriegarten.

Eine Besucherin der Ausstellung im Alten Rathaus schenkte Rüba vor einem Jahr 50 Krokuszwiebeln. Er steckte sie in die Erde des Galeriegartens und freute sich heuer über die vielen Farbtupfer in der Wiese. Warum also nicht im Herbst 1000 Krokusse setzen? Der Ortsarchivar stellte daraufhin einen antiken Holzstuhl samt Kasse aus Glas vor den Eingang des Heimatmuseums. „Bitte spenden Sie für das Projekt“, steht auf einem kleinen Schild dazu. Eine Zwiebel koste 15 Cent, die Menge bestimme der Spender.

„Ich hätte auch zur Gemeinde gehen und um den Betrag bitten können“, betont Rüba. Das wollte er aber nicht. Vielmehr sollte es ein Gemeinschaftsprojekt der Bevölkerung mit möglichem Nachahmungseffekt werden. Tatsächlich fand das Projekt Gefallen, vor allem über die Ostertage. Denn schönes Wetter lockt immer auch zahlreiche Besucher an den Weßlinger See, die dann fröhlich schwatzend das kleine Gewässer umrunden und später beim Kiosk oder dem Café am See die Seele baumeln lassen. An solchen Tagen ist auch die Galerie sehr gut besucht. Auch in der Gemeindegalerie geht es zu wie im Taubenschlag. Noch bis Ende Juni ist dort die Ausstellung „Max Doerner (1870 – 1939) – Ein feinsinniger, temperamentvoller Landschafter“ zu sehen (wir berichteten). Auch beim Pressetermin lustwandelt eine Familie gerade durch die Ausstellung. Die Besucher genießen nach dem Verlassen des denkmalgeschützten Gebäudes noch ein paar Minuten den atemberaubenden Blick über den tiefblauen See. Ein naturgeschaffenes Kunstwerk. Und die Vorstellung, dass im kommenden Jahr weitere 1000 Krokusse das Bild verfeinern, ist durchaus bestechend.

In der Kasse liegen zu diesem Zeitpunkt bereits einige Münzen und gleich mehrere Fünferscheine. Mit 150 Euro ist das Ziel erreicht. Pflanzen würde Rüba die Knollen gerne mit einer Schulklasse. „Das ist momentan nur so eine Idee“, sagt der Weßlinger. Er werde zum gegebenen Zeitpunkt mit den Lehrern der Grundschule darüber sprechen. Vorstellbar wäre, dass man das Projekt danach auf weitere Gemeindewiesen übertrage – und auch noch andere Blühpflanzen dazu nimmt. Ganz im Sinne des Volksbegehrens Artenvielfalt, das bekanntlich 36,4 Prozent der Weßlinger beziehungsweise 3961 Gemeindeeinwohner unterschrieben haben.

Michèle Kirner

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