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Entlang der Weßlinger Umfahrung lässt das Staatliche Bauamt derzeit einen Amphibienschutzzaun anlegen und Eimer vergraben. Er soll die Tiere vor dem sicheren Tod bewahren.

Biologen acht Monate im Einsatz

Amphibien wandern künftig unter Aufsicht

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Das Staatliche Bauamt Weilheim startet an der Umfahrung Weßling eine Kontrollaktion der besonderen Art. Acht Monate lang sollen Biologen untersuchen, wie Amphibien von der einen auf die andere Straßenseite kommen.

Weßling – Die Biologen sind bereit, der Fangzaun steht zum Teil schon: In den nächsten acht Monaten findet entlang der Weßlinger Umfahrung eine so genannte Akzeptanzkontrolle statt. Wie Marika Hoyer vom Staatlichen Bauamt Weilheim berichtet, soll diese Kontrolle klären, ob die rund zwei Kilometer lange, entlang der Umfahrung gebaute Amphibienschutzanlage Sinn und Zweck erfüllt. Naturschützer bezweifeln das (wir berichteten).

Sobald der Nachtfrost nachlässt und die Niederschläge wärmer werden, beginnen die Amphibien ihre Wanderung zu ihren Laichgewässern am Golfplatz Wörthsee. Dafür müssen sie irgendwie die Weßlinger Umfahrung queren. Heuer werden die Tiere durch einen Fangzaun abgebremst und entlang der Barriere in Fangeimer geleitet. „Nach einem in Fachkreisen anerkannten Methodenkonzept werden die Tiere von Biologen entnommen, gezählt, markiert und hinter der Barriere wieder ausgesetzt, um anschließend ihren Weg durch das Durchlasssystem zu nehmen“, kündigt Hoyer in einer Pressemitteilung an. Auf der anderen Seite der Straße würden die Tiere wieder gefangen, gezählt und registriert, um schließlich nach dem zweiten Fangzaun ihren Weg nunmehr ungestört in Zielrichtung aufzunehmen.

Derzeit würden Fangzaun und Eimer eingegraben. „Dabei wird versucht, so wenig wie möglich Fremdgrund in Anspruch zu nehmen“, erklärt Heuer. Das dies jedoch nicht überall gelinge, würden mit den von „vorübergehender Inanspruchnahme betroffenen Landwirten Vereinbarungen zur Nutzungsentschädigung getroffen“. Auch ein Pufferstreifen zwischen Bewirtschaftung und Fangzaun sei einzuhalten, um die empfindliche Haut der Tiere vor Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu schützen. „An dieser Stelle sei den betroffenen Grundeigentümern und Pächtern gedankt für ihre Toleranz und Akzeptanz“, betont Hoyer.

Die Akzeptanzkontrolle nimmt das Münchener Büro GFN vor. „Es wird mit seinem Stab an Biologen über die gesamte Amphibienwanderzeit von acht Monaten einschließlich sonn- und feiertags vor Ort sein“, heißt es in der Mitteilung des Bauamts. Die Kosten für die Akzeptanzkontrolle, die nicht mit den Baukosten für die Straße im Zusammenhang stehen, trägt das Staatliche Bauamt. Die Kontrolle ist eine Auflage des Planfeststellungsbeschlusses für die Umfahrung.  hvp

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