+
Auf der Fläche neben dem jetzigen Remondis-Standort möchte der Landkreis eine eigene Umladestation errichten. 

AWISTA KU

Attacke auf Umladestation

  • schließen

Die geplante Umladestation des AWISTA KU bei St. Gilgen steht in der Kritik. Die Bürger für Gilching (BfG) und die Bürgerinitiative umweltfreundliche Asphaltmischanlage (BuA) haben an Weßlings Gemeinderäte einen flammenden Appell gerichtet. 

Weßling – Die Bürger für Gilching (BfG) haben in Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative umweltfreundliche Asphaltmischanlage (BuA) einen flammenden Appell an den Weßlinger Gemeinderat gerichtet. Im Fokus steht das geplante Wertstoffdienstleistungszentrum des Kommunalunternehmens AWISTA KU. Dessen Vorstand Peter Wiedemann konnte darüber gestern nur den Kopf schütteln.

In dem Schreiben an die Weßlinger Gemeinderäte warnt Oliver Fiegert stellvertretend für BfG und BuA davor, in der Sitzung am morgigen Donnerstag (Beginn: 19.30 Uhr im Rathaus) einer Herausnahme der „ca. drei Hektar großen, vollständig rekultivierten Fläche“ aus dem Landschaftsschutz zuzustimmen. Er beklagt, dass sich hinter dem Begriff Wertstoffdienstleistungszentrum „alles Mögliche hinsichtlich Abfall/Wertstoffbehandlung verbergen könne“, zumal es in der Satzung des AWISTA KU auch heiße: „Das Kommunalunternehmen ... darf ... Tätigkeiten außerhalb der kommunalen Daseinsvorsorge ... übernehmen“. Fiegert leitet daraus die Möglichkeit ab, dass am Ende des Tages eine Müllverbrennungsanlage oder Biogasanlage entstehen könnte – zumal es Engpässe bei der Müllverbrennung gebe. Er findet, dass die bestehende Remondis-Müllumladestation auf der 3,2 Hektar großen Fläche reichen müsse, und wundert sich darüber, dass, als es noch um die Fläche bei Unterbrunn/Hochstadt gegangen sei, 3,8 Hektar für ein Zentrum gelangt hätten. Auf der neuen Fläche bei St. Gilgen gehe es nun aber um 3,2 Hektar (bestehende Anlage) plus drei weitere Hektar, also in Summe mehr als sechs Hektar, auf denen sich das AWISTA KU dann „austoben“ wolle.

An der Stellungnahme zum Standortvergleich durch ein beauftragtes Büro lässt Fiegert kein gutes Haar. Das Berechnungsverfahren für die Punktevergabe für die beiden Standorte St. Gilgen und Hochstadt/Unterbrunn sei nicht transparent, Bürger seien nicht gefragt worden, im Bereich Natur-, Landschafts- und Immissionsschutz gebe es nur eine erste orientierende Einschätzung. Auch fehle eine Darstellung, wie sich die Planungen auf die Kosten auswirken würden. Und folgende Frage sei überhaupt nie diskutiert worden: „Was kostet es, nur die bestehende Remondis-Anlage zu übernehmen und in Eigenregie weiter zu betreiben?“.

Peter Wiedemann verurteilte die Anwürfe gestern scharf. In diesen Zeiten der Unsicherheit handele es sich um „unverantwortliche Panikmache“ und schlichtweg Wahlkampf. Er sei immer bereit zu einer sachlichen Diskussion. „Aber das hier ist völliger Nonsens.“ Der AWISTA werde keine Müllverbrennungsanlage bauen. Angebliche Engpässe bei der Entsorgung beträfen nur gewerbliche Abfälle, „und wir sind nur für die kommunalen Abfälle zuständig“. Das AWISTA KU sei vertraglich gebunden, „und ich halte meine Verträge“. Fiegerts Argumentation sei bar jeglicher Logik und Überlegung. In der Sitzung am Donnerstag werde er im Weßlinger Gemeinderat den derzeitigen Planungsstand sachlich vorbringen.

Wie berichtet plant das AWISTA KU bei der neuen Umladestation bei St. Gilgen den Müll zu sammeln, zu verladen und dann Entsorgern zu bringen. Ziel ist, von Privatfirmen und deren Preisen im interesse der Gebührenzahler möglichst unabhängig zu sein. Ab 2034 erhält der Landkreis auch Zugriff auf die von Remondis genutzten Flächen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Waldbrand bei Herrsching hätte auch ganz anders ausgehen können
Glückliche Umstände haben wohl schlimmeres verhindert. Denn bei dem Waldbrand stand eine Fläche so groß wie vier Fußballfelder in Flammen. Die Kripo Fürstenfeldbruck hat …
Waldbrand bei Herrsching hätte auch ganz anders ausgehen können
Jetzt 431 Fälle im Landkreis - Wertstoffhöfe bleiben geschlossen - Polizei muss Trinkgelage beenden
Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis ist dramatisch gestiegen - und die Situation ändert sich beinahe jede Minute. Das Neuste zur Lage lesen Sie in unserem Ticker.
Jetzt 431 Fälle im Landkreis - Wertstoffhöfe bleiben geschlossen - Polizei muss Trinkgelage beenden
Wird Klinik Höhenriedzum Hilfskrankenhaus?
Die Corona-Krise ändert nicht nur den Alltag der Bevölkerung, insbesondere Kliniken sehen sich mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert. Daher könnte Klinik …
Wird Klinik Höhenriedzum Hilfskrankenhaus?
Tödlicher Unfall am Ammersee: Autofahrerin übersieht Motorrad - Fahrer hatte keine Chance
Auf der Staatsstraße 2070 bei Inning übersah eine Autofahrerin einen Motorradfahrer. Der Mann wurde in eine Klinik gebracht - doch für ihn kam jede Hilfe zu spät.
Tödlicher Unfall am Ammersee: Autofahrerin übersieht Motorrad - Fahrer hatte keine Chance

Kommentare