Pflege
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Mehr Betreuungsplätze für Senioren sollen in Weßling entstehen. 

Bahn frei für 14 Betreuungsplätze

Die Gemeinde Weßling erhält mehr Tagespflegeplätze: Einstimmig bewilligte der Bauausschuss den entsprechenden Bebauungsplan für ein Areal an der Hauptstraße.

Weßling – Eine Tagespflege mit voraussichtlich 14 Betreuungsplätzen soll an der Hauptstraße in Weßling entstehen. Geplant ist ein zweistöckiges Mehrfamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoss und Tiefgarage, die Tagespflege befindet sich im Erdgeschoss. Gegenüber des Areals steht derzeit der Container mit dem Bankautomaten der Kreissparkasse. Das Projekt macht der Bebauungsplan möglich, den der Bauausschuss des Gemeinderats nun bewilligt hat. Damit endet ein langes Tauziehen um genügend Betreuungsplätze in Weßling, denn die sechs Plätze in einer kleinen Wohnung im Höhenrainäcker, die von der Nachbarschaftshilfe betreut werden, „reichen hinten und vorne nicht aus“, betont Bürgermeister Michael Sturm.

Die Antragstellerin war vor einem guten Jahr mit der Idee auf die Gemeinde zugegangen. „Ich habe überlegt, dass eine Tagespflege gegenüber vom zukünftigen Buswendeplatz und dem barrierefreien Bahnhof ideal wäre“, sagt sie auf Rückfrage dem Starnberger Merkur. Ein Gedanke, der Form annahm, nachdem im engsten Familienkreis ein Angehöriger pflegebedürftig geworden war und sie die schwierige Suche nach einer angemessenen Unterbringung miterlebte. „Es war unserer Familie ein persönliches Anliegen, etwas dagegen zu unternehmen“, sagt sie – und rannte in der Gemeinde mit ihrem Angebot offene Türen ein.

Wer als Träger einzieht, ist offen. „Das müssen wir erst klären, aber es spricht einiges für die Nachbarschaftshilfe“, sagt der Bürgermeister. Wirtschaftlich wäre das Projekt erst mit 13 bis 15 Betreuungsplätzen, wofür der Verein derzeit aber noch nicht genügend Personal hat. Mit den Fachkräften betreibt die NBH in die Einrichtung am Höhenrainäcker. Sie soll laut Sturm nach Fertigstellung der neuen Bleibe an der Hauptstraße aufgelöst werden.

Vereinsvorsitzende Agnes Reuter sieht die Nachbarschaftshilfe für die Aufgabe gerüstet. „Seit wir Janine Voigt als Leitung für die Tagespflege eingestellt haben, sind wir autark. Sobald wir von der Gemeinde das Okay haben, wird sie die Personalsuche starten.“

Den Bebauungsplan in Gang gebracht hatte noch Sturms Vorgänger Michael Muther. Für den damaligen Amtsinhaber war das Thema eine Herzensangelegenheit, betreut er doch seine pflegebedürftige Frau zu Hause. Entsprechend hatte er sich während seiner Amtszeit wiederholt den Kopf über mehr Pflegeplätze zerbrochen. Erst träumte er davon, die Einrichtung im alten Weßlinger Feuerwehrhaus unterzubringen. Weil die Schulräume knapp wurden, entschied sich der Gemeinderat stattdessen für zwei Klassenzimmer und in Zukunft einen Raum für den Kindergarten Regenbogen. Später hoffte Muther auf Räume in der Grundschule an der Schulstraße, wenn dort nach dem Schulhausneubau am Meilinger Weg Platz frei wird, „Ganz vom Tisch ist das noch nicht“, sagt Sturm. Allerdings müsse die Gemeinde für den barrierefreien und energetischen Ausbau viel Geld in die Hand nehmen. „Darüber reden wir, wenn die Zeit da ist“, sagt er angesichts der schwierigen Haushaltslage in der Coronakrise.

Mit ihrem positiven Votum beauftragten die Räte die Verwaltung, den Bebauungsplan an der Hauptstraße in Kraft zu setzen. Läuft alles nach Plan, bekommt die Tagespflege im Laufe des Jahres 2022 ein größeres Zuhause.

Michèle Kirner

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