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Tanz, Vorträge, Spiel und Musik: Das Trommelensemble Tampopo lässt im Weßlinger Pfarrstadel japanische Rhythmen erklingen.

Deutsch-japanische Gesellschaft

Bayerns erstes Mondfest steigt in Weßling

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Es ist eine Premiere: Im Weßlinger Pfarrstadel findet am Samstag, 14. September, das erste japanische Mondfest auf bayerischem Boden statt. 

Weßling– Im beschaulichen Weßling findet am morgigen Samstag, 14. September, das erste japanische Fest zur Ehre des Herbstmondes auf bayerischem Boden statt. Bei Erfolg ist eine regelmäßige Fortsetzung geplant.

„Tsukimi“, das Fest zur Mondbetrachtung, ist in etwa mit dem Erntedankfest vergleichbar. „Familien und Freund treffen sich, um im Mondlicht bei traditionellen Leckereien und Musik zu feiern“, erläutert Dr. Ernst Engelmayr. Der Herrschinger engagiert sich seit zwei Jahren bei der Deutsch-Japanischen Gesellschaft (DJG) in Bayern, die am 23. Mai 1961 von fünf Deutschen und vier Japanern in Gauting gegründet wurde und heute rund 800 Mitglieder zählt. Ihr Präsident ist der Weßlinger Dr. Oliver Schön. Der Verein bietet jährlich rund 80 Veranstaltungen an, die das deutsch-japanische Miteinander stärken sollen. Höhepunkt ist seit 24 Jahren das Japanfest im Englischen Garten in München, an dem bis zu 15 000 Besucher teilnehmen.

„Auf die Idee eines Herbstfestes kamen wir im Herbst letzten Jahres, als ein überwältigend schöner Vollmond im September uns daran erinnerte, was es in Japan außer dem berühmten Kirschblütenfest Hanami noch gibt“, erklärt die Japanologin Dr. Andrea Hirner von der DJG in der Ankündigung. Präsident Schön konnte den Pfarrstadel in seiner Heimatgemeinde empfehlen. Dass der Kirchenchor von der Japanerin Joshika Nitta Jermer geleitet wird, ist ein verbindender Zufall.

Das Motto des Mondfestes in Weßling lautet „Von laut nach leise“. Zahlreiche Veranstaltungen laden zum Mitmachen ein. Denn auch in Japan sind die Mondschau-Abende nicht nur andächtige Veranstaltungen. „Wir werden fröhlich beginnen und dann mit dem Mond, der die Stille bringt, auch aus Rücksicht auf die Nachbarn ruhiger werden“, kündigt Organisator Englmayr an.

Die Besucher lernen viel über die Geschichte und Gebräuche der japanischen Kultur. Es gibt Haiku-Gedicht-Workshops, Vorträge, Musik und Tanz. Ikebana (Blumensteckkunst ) erinnert dann wieder an den klassischen Ablauf eines Tsukimi-Abends: „Denn unbedingt gehört zur Dekoration auch das herbstliche Suzuki-Gras dazu, dessen feine Ähren sich vor dem Vollmond besonders schön ausmachen“, erklärt Hirner.

Seit der Sonnenkalender in Japan eingeführt wurde, fällt die Mondschau in den September und Oktober, wobei entweder der Abend vor oder nach dem Vollmond gefeiert wird. Die Tradition gibt es in China seit rund 3000 Jahren, in Japan seit etwa 2000 Jahren. „Japaner feiern gerne den Wechsel der Jahreszeiten, der in ihrem Land ja auch besonders ausgeprägt ist, und das bereits seit Jahrhunderten“, so Hirner.

Das Mondfest in Weßling soll ein kleiner Ableger des Japanfestes in München werden. „Wir rechnen mit etwa 200, 300 Gästen“, sagt Englmayr. Das Fest beginnt um 14.30 Uhr, um 15 Uhr sprechen der japanische Generalkonsul Tetsuya Kimura, Weßlings Bürgermeister Michael Muther und DJG-Präsident Schön. Die Veranstaltung endet um 21.30 Uhr.

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