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Nicht viel übrig ist von dem Wald zwischen Staatsstraße 2068, Weßlinger Kreisel und Umfahrung: Das Erzbistum Freising ließ hier ein größeres Waldgebiet fällen. Gründe: das Eschentriebsterben und die Verkehrssicherheit auf den Straßen. Die Fläche soll jedoch wieder aufgeforstet werden. 

Naturschutz

Eschensterben führt zu Kahlschlag

Die Aktion liegt einige Tage zurück, die Diskussion allerdings hält an: Im Dellinger Buchet bei Weßling haben im Dezember umfangreiche Baumfällarbeiten stattgefunden.

Weßling – Der für den Bereich zuständige Förster Luitpold Schneider spricht von einer „regulären Waldbewirtschaftung“, die das Amt für Landwirtschaft und Forsten „sehr befürwortet“, wie er gegenüber dem Starnberger Merkur betont. Im Vorfeld waren bei unserer Zeitung und auch bei Weßlings Bürgermeister Michael Muther wegen der Baumfällaktion mehrere Anfragen eingegangen.

Besitzer des Waldes am Weßlinger Umfahrungskreisel ist das Erzbistum Freising und München. Anlass für die Aktion seien vom Pilz befallene Eschen am Straßenrand gewesen, erklärt deren Pressesprecher Hendrik Steffens nach Absprache mit Bernhard Vollmar, Leiter der Forstabteilung. Die Rede ist vom so genannten Eschentriebsterben, das sich „seit fünf bis sechs Jahren auch in Bayern ausbreitet“, so Schneider. Folge des Pilzbefalls seien „dicke, tote Äste in der Krone, die auf die Staatsstraße 2068 fallen können“, weiß der Forstrevierleiter.

Aus „verkehrstechnischen Gründen“ müsse man die Eschen entfernen, bestätigt Schneider gleichlautende Angaben von Pressesprecher Steffens. Betroffen von der Krankheit seien „mittlerweile alle Eschen“, so Schneider weiter. Deshalb pflanze man keine Eschen mehr nach. Stattdessen plant das Erzbistum entlang der Staatsstraße zwischen Weßling und Seefeld und entlang der Umfahrung zur A 96 „einen stufigen Waldrand mit einer Strauchbepflanzung, ergänzt durch weitere standortsgemäße Laubholzarten wie Vogelbeere oder Elsbeere“, führt die Pressestelle des Waldbesitzers aus.

Im Zuge der Waldarbeiten habe man im Sinne der Naturverjüngung auch die Alt-Buchen gefällt. „Das Fällen schafft Licht und Platz für bereits vorhandene junge Bäume“, beschreibt Schneider den Begriff Naturverjüngung. Das sei ein ganz normaler „forstlicher Eingriff“, weil eine neue Generation junger Buchen an einigen Stellen bereits nachwachse, vervollständigt das Erzbistum. Wo keine Jungbäume stehen, pflanze man im Frühjahr wieder Buchen. „Das Totholz wurde auf der Fläche belassen“. Die Gasse, die parallel zur Fahrbahn angelegt wurde, soll in Zukunft als forstwirtschaftlicher Weg dienen, über den gefällte Stämme abtransportiert werden können.

Von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt würden Fällarbeiten in kleinerem Umfang nicht kontrolliert, sagt Vize-Pressesprecherin Barbara Beck. Schneider zitiert diesbezüglich das bayerische Gesetz. Danach dürfe der Waldbesitzer so viel fällen, wie er möchte. Allerdings gebe es ein Gesetz, das vorsieht, „dass der Wald nicht weniger werden darf“. Somit ist der Waldeigentümer verpflichtet, innerhalb von drei Jahren nachzupflanzen.

Michèle Kirner

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