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Die Brücke über den Steinebacher Weg in Weßling soll durch ein Wellstahlbauwerk ersetzt werden. Das hat der Gemeinderat beschlossen.

Bezahlt vom Staatlichen Bauamt Weilheim

Weßling kriegt 220 000 Euro für diese Brücke

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Die Gemeinde Weßling und das Staatliche Bauamt Weilheim haben sich darauf geeinigt, wie viel die alte Brücke über den Steinebacher Weg wert ist. Nachdem das Bauwerk vom Freistaat in die Zuständigkeit der Gemeinde gefallen ist, überweist die Behörde 220 000 Euro.

Weßling – Wie viel ist eigentlich eine Brücke wert? Mit dieser Frage musste sich die Gemeinde Weßling in den vergangenen Monaten beschäftigen. Nach dem Bau der Westumfahrung und der damit verknüpften Abstufung der Hauptstraße von einer Staats- zur einer Gemeindestraße hat die Gemeinde nämlich auch die Brücke über den Steinebacher Weg übernommen. Nach langen und zähen Verhandlungen steht nun fest: Das Staatliche Bauamt Weilheim überweist für das Bauwerk eine Ablöse von 220 000 Euro nach Weßling.

„Wir waren am Anfang noch weit auseinander, haben uns nun aber geeinigt“, sagt Christoph Prause, Abteilungsleiter Brückenbau beim Straßenbauamt, im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Die Brücke ist Baujahr 1969 und befindet sich laut Prause in „mittlerem Zustand“. Ein unabhängiges Gutachten habe einen Wert von 2,7 ergeben – „es gibt Schäden, die aber nicht weltbewegend sind“, übersetzt der Brückenexperte diese Note.

Die Sanierungskosten bewegen sich im sechsstelligen Bereich

Der Sanierungsbedarf sei vom TÜV mit 280 000 bis 340 000 Euro angegeben worden, erklärt Prause weiter. Damit lasse sich die Stahlbetonbrücke für die nächsten 30 bis 40 Jahre herrichten. Ein Wert, der weit entfernt ist von möglichen Millionensummen, die vor zwei Monaten aus Reihen des Gemeinderats genannt wurden.

Letzten Endes ist das aber ohnehin unerheblich, weil der Gemeinderat in derselben Sitzung beschlossen hat, die Brücke nicht zu sanieren, sondern durch ein 450 000 bis 500 000 Euro teures Wellstahlbauwerk zu ersetzen, das künftig nur noch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden kann. Der Steinebacher Weg soll die Haupterschließung für das neue Weßlinger Schulhaus am Meilinger Weg werden (wir berichteten).

Das wiederum hat nun den früheren CSU-Gemeinderat Franz Leitner auf den Plan gerufen. Er hat dem Straßenbauamt einen schriftlichen Fragenkatalog geschickt. Im Mittelpunkt steht dabei diese Frage: „Gibt der Staat (...) aus Mitteln zur Förderung des Straßenbaus im vorliegenden Fall auch einen Zuschuss zur Straßenvernichtung?“

Im CSU-Ortsverband gibt es Verstimmungen

Leitners Brief, der dem Starnberger Merkur vorliegt, hat innerhalb des CSU-Ortsverbandes für Verstimmung gesorgt. „Wir möchten darauf hinweisen, dass dieses Schreiben nicht die Meinung des CSU-Ortsverbandes Weßling noch die der Gemeinderatsfraktion CSU und Bürgergemeinschaft noch meine als Bürgermeisterkandidat widerspiegelt“, erklärt Fraktionschef Andreas Lechermann.

Brückenexperte Prause interessiert der politische Streit nicht. Die Zahlung der 220 000 Euro sei nicht an eine Sanierung der Brücke gebunden, erklärt er – und sagt weiter: „Das Wellstahlbauwerk ist aus unserer Sicht völlig in Ordnung.“ Eine Überwachung der Verwendung der vom Freistaat gezahlten Gelder, wie von Leitner nachgefragt, lehne die Behörde ab, und sie sei auch nicht erforderlich. Prause: „Die Zuständigkeiten bei Straßen und Brücken sind durch die Widmungen klar geregelt.“

Das Gesundheitsamt Starnberg verordnet den Grundschulen in Weßling und Oberpfaffenhofen drei Tage schulfrei. Der Grund ist die Grippe.

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