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Viel Spaß und gute Laune hatten die Mitwirkenden beim Dreh des „Sommernachtstraums“. 

Pfarrstadel Weßling

Kinoabend mit Lachtränen, Rosen und Integration

Einheimische und Geflüchtete drehten in Weßling das Filmprojekt „Sommernachtstraum“. 80 Zuschauer ließen sich bei einem Kinoabend im Pfarrstadel von dem Film unterhalten und freuten sich über ein Beispiel gelungener Integration.

Weßling – Der Kinoabend anlässlich des Asylhelferfestes im Weßlinger Pfarrstadel bot ein gutes Beispiel gelungener Integrationsarbeit. 80 Zuschauer ließen es sich nicht entgehen, den selbst gedrehten „Sommernachtstraum“ anzuschauen – nur ein Produkt dieser gelungenen Integration.

Nach der Vorführung verteilte Ulrike Roos gelb-rote Rosen an alle, die irgendwie an diesem Gesamtkunstwerk beteiligt waren. An ihre Schützlinge im Containerdorf und die Jugendlichen, die im „Sommernachtstraum“ mitwirkten. Dazu gehörten die in Film und Durchführung involvierten Mia und Florian Volkmann. Oder Vertreter des Asylhelferkreises „IntegrationsPunkt Weßling“ und „Unser Dorf“ sowie der „treue Helfer“ Erich Rüba. Es gab Rosen für die Bewegungskünstler und das Orchester der Montessorischule, für die Sänger „One Soul“ und die Band „Falschgeld“. Und für Filmemacher Tjark Lienke, der die Szenen mit der Kamera einfing und in einen 55 Minuten langen Streifen verwandelte. Eine Blume bekam Bürgermeister Michael Muther, der sich nach der Vorstellung Lachtränen aus den Augen wischte. Aber der eigentliche Star des Abends war Roos, die in der Kulturgruppe unermüdliche Integrationsarbeit leistet.

Ein knappes Jahr arbeiteten die Mitwirkenden an dem Filmprojekt

Dem vorausgegangen waren ein knappes Jahr Arbeit, die mit der gemeinsamen Lektüre zweier illustrierter Bücher zum „Sommernachtstraum“ begann, erzählte Roos. Mitgewirkt hatten „Einheimische und Geflüchtete von vier bis 80 Jahren“, sagte sie. Je nachdem wurde die Rolle auf Deutschkenntnisse, Alter oder Begabung zugeschnitten. Und auf Anwesenheit. Denn gefilmt wurde in den großen Ferien. Folglich pfuschte hie und da der Jahresurlaub in den Dreh, so dass die Rollen doppelt vergeben werden mussten. Etwa der Puck, den man eigentlich an einem roten Hut mit Feder erkennen sollte. Weil jedoch der Hut im Übergabeprozess von Puck 1 an Puck 2 verloren ging, blieb nur noch die Feder als Erkennungsmerkmal übrig, erzählte Roos dem vergnügt glucksenden Publikum.

Florian Volkmann spielte drei verschiedene Rollen

Florian Volkmann schlüpfte aus Mangel an Freiwilligen in drei unterschiedliche Rollen: Er war der heiratswillige Theseus, der Kopf der verrückten Theatergruppe und William Shakespeare. „Sie werden sagen: Aber Shakespeare kommt im Stück gar nicht vor“, schob Roos ein. Sein Part wurde zur Verständlichkeit der Handlung in einem Prolog dazuerfunden. In dieser Episode suchte der Dichter mit Richard (Peter Weiß) in der Staatlichen Abgüssesammlung nach interessanten Figuren für die Komödie. Die Freunde stießen dabei auf die Liebespaare Helena und Demetrius sowie Hermia und Lysander. Und auf „Zettel“, der die Theatergruppe mit ausgelassener Lebendigkeit aufmischte und bei den Zuschauern für Lachsalven in allen Tonlagen sorgte. Viele streiften im Anschluss durch die Ausstellung im Erdgeschoss mit Requisiten wie die wallenden Gewänder der Schauspieler. Die Wände der Galerie säumten teilweise in der Trauma-Werkstatt entstandene Bilder der Flüchtlinge. Dominiert von Schiffen und dem Meer und von Rettern über und unter Wasser. Umringt von den Besuchern stand Roos im Raum. Mit einer Rose in der Hand, die ihr ein geistesgegenwärtiger Geehrter auch noch schnell in die Hand gedrückt hatte.

VON MICHÈLE KIRNER

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