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Die Zählungen durch Mitarbeiter eines Ingenieurbüros, hier ein Bild von März 2019, sind vorerst ausgesetzt. Außerdem soll es in Sachen Amphibien und Weßlinger Umfahrung einen Runden Tisch geben. 

Amphibienschutz

Kröten-Kontrolle auf 2021 verschoben

Neue Methode, um Kröten sicher über die Weßlinger Umfahrung zu bringen.

Weßling – An der Weßlinger Umfahrung wird es dieses Jahr keine Amphibienzählung geben. „Die Akzeptanzkontrolle wird auf 2021 verschoben“, sagt Tierschützerin Daniela Brombach im Gespräch mit dem Starnberger Merkur und gibt damit ein Gespräch mit einem zuständigen Mitarbeiter des bayerischen Verkehrsministeriums wieder. „Die Kontrolle wurde verschoben, weil wir festgestellt haben, dass einige Durchlässe die Feuchtigkeit nicht halten“, erklärt Martina Hoffmann vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Dieses Problem müsse erst behoben werden.

Am Donnerstagabend hatte Brombach in der Weßlinger Gemeinderatssitzung einen Bericht über die Amphibienschutzanlage an der Weßlinger Umfahrung erstattet. Seit dreieinhalb Jahren engagiert sich die Tierschützerin schon für die Amphibien, zumal die Schutzanlage nicht so funktioniert wie geplant. Dazu kam die letztjährige Zählung der querenden Frösche und Kröten im Rahmen der vorgeschriebenen Akzeptanzkontrolle.

Damals schlugen die Tierschützer Alarm, weil sie um die Amphibien fürchteten, die „teilweise mit 80 anderen in Eimern bis zu 17 Stunden“ ausharren mussten, so Brombach. Sie ging mit ihren Erkenntnissen an die Öffentlichkeit und wandte sich ans Staatsministerium für Bau und Verkehr (wir berichteten). In einem Telefonat Ende Januar habe der Verantwortliche auch einen Runden Tisch versprochen, an dem neben dem Staatlichen Bauamt Weilheim, der Unteren Naturschutzbehörde und dem Ministerialrat der Bund Naturschutz und Brombach teilnehmen sollen, berichtet die Tierschützerin.

„Gemeinsam erarbeiten wir eine Methode, mit der die Tiere anständig und ordentlich gezählt werden.“ Das bisher beauftragte Ingenieurbüro stehe laut Ministerium für die Maßnahme nicht mehr zur Verfügung, so Brombach. Dem Büro wirft Brombach Tierquälerei vor. „Mindestes 50 Prozent Tiere“ seien dabei verloren gegangen, behauptet Brombach.

„Das sind keine 50 Prozent“, widerspricht Martina Hoffmann vom Staatlichen Bauamt auf Rückfrage. Endgültige Zahlen der Akzeptanzkontrolle lägen allerdings noch nicht vor, würden aber zeitnah veröffentlicht, versicherte die Landschaftsplanerin.

Die Sache mit den für die Tiere unbrauchbaren Laichgewässern hat Brombach in der Zwischenzeit mit neun Helfern auf eigene Faust gelöst. „Wir haben zwölf Haufen mit Ästen als Rückzugsgebiet für die Tiere um die Teiche gelegt“, sagt sie. Um den Laich zu schützen, hätten sie zudem weitere Äste ins Wasser gelegt. Ein neues Sorgenkind ist dagegen der Weg parallel zur Autobahn, der nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Radfahrer zugelassen ist. „Er wird dennoch wöchentlich von 314 Autos befahren“, sagt Brombach. Ein Drittel davon sei nachts unterwegs – und diese Fahrzeuge überrollten die sich auf dem Asphalt ausruhenden Amphibien. Brombach wünscht sich nun nachts eine Schranke. „Das muss mit den Behörden abgesprochen werden“, gab Bürgermeister Michael Muther zu bedenken und versprach, sich zu kümmern.

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