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Neues Ausflugsziel: die Laichgewässer an der Umfahrung in Weßling. Landwirt und FW-Gemeinderat Anton Wunderl, hier mit Grünen-Gemeinderätin Brigitte Weiß, appelliert an Ausflügler, auf den Wegen zu bleiben und das Naturschutzgesetz zu beachten. 

Mit Hunden durch die Laichgewässer

Die Menschen drängt es nach draußen in die Natur. Dabei richten manche unwissentlich Schaden an, wie beispielsweise in Weßling. 

Weßling – Das Laichgewässer an der Weßlinger Umfahrung ist mit Wasser gefüllt und bereit für die laichenden Amphibien – und schon haben Spaziergänger den Tümpel als Ausflugsziel für sich entdeckt. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend machte Landwirt und FW-Gemeinderat Anton Wunderl seinem Unmut Luft.

Wunderl, der die Felder und Wiesen rund um seinen Hof am Steinebacher Weg in Weßling bewirtschaftet, schwankt zwischen Verwunderung und Entsetzen, wenn er seine Erlebnisse mit Ausflüglern nicht nur während der Corona-Wochen schildert. Von den zwei Müttern mit Kinderwagen beispielsweise, die es sich kürzlich an den drei miteinander verbundenen Weihern an der neuen Staatsstraße gemütlich gemacht haben, während ihre drei Hunde durchs Wasser tollten. Oder von der Frau, die mitten durch das Haferfeld gelatscht ist und dabei schwungvoll mit ihrem festen Schuhwerk die zarten Pflänzchen zertrampelte. Darauf angesprochen verkündete sie patzig: „Das ist doch eine Wiese, da darf ich gehen.“ Wunderls Schwiegertochter klärte die Frau auf, dass sie mitten in einem Haferfeld stehe und doch bitte von einem Streifzug durch das Tierfutter Abstand nehmen solle.

„Unvernünftig“ sei das gelinde gesagt, ärgert sich Bio-Landwirt Wunderl. Viele Menschen hätten schließlich bei dem Bürgerbegehren für den Insektenschutz unterschrieben. „Und wir pflegen die Landschaft“, betont der 65-Jährige. Anfang Mai musste er sich noch mit einem Golfer auseinandersetzen, der Bälle über seine Wiese bei Delling geschlagen habe. Seine Reaktion: „Ich richte doch keinen Schaden an.“ Doch, denn mit der Mahd füttere er die Kühe, die übrigens frei herumlaufen, erklärt Wunderl gebetsmühlenartig den Menschen, die im doppelten Sinn vom Weg abgekommen sind. Ein vom Mähdrescher verschluckter Golfball wäre sicherlich schwer verdaulich, kann sich wohl auch der Laie vorstellen.

Er habe viel Verständnis für die Menschen, die teilweise aus der Stadt kämen und aus ihren vier Wänden in die frische Landluft flüchteten, betont der Landwirt. Aber es gebe Regeln, an die man sich halten sollte. Und die schreibt das Naturschutzgesetz vor. Darin steht geschrieben, dass jeder „das Recht auf den Genuss der Naturschönheiten und auf die Erholung in der freien Natur“ habe. Allerdings ist auch jeder „verpflichtet, mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen“, so die Vorschrift. Von „Rücksicht auf die Grundstückseigentümer“ ist die Rede – und es gibt keinen Freibrief, kreuz und quer durch die blühenden Flächen zu latschen, sondern vielmehr die Verpflichtung, auf den Wegen zu bleiben. Und Spazierwege seien vorhanden.

„Für die Instandhaltung und Pflege nimmt die Gemeinde viel Geld in die Hand“, sagt Wunderl, der gleich noch ein Gesetz zitiert: „In der Wachstumszeit von April bis Oktober ist das Betreten landwirtschaftlicher Nutzflächen verboten.“ Etwas, das viele nicht wüssten. Am schlimmsten seien aber diejenigen, die die Ausgleichsgewässer für sich entdeckt hätten. „Es schadet den Amphibien, wenn in ihren Laichgewässern Hunde herumtollen.“  

mk

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