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Umweltschützer hatten die Zustände an der Amphibienschutzanlage bei der Weßlinger Umfahrung kritisiert. Nun will das Staatliche Bauamt Verbesserungen durchführen. (Symbolbild)

An der Umfahrung in Weßling

Verbesserungen für Amphibien in Sicht

Die Amphibienschutzanlage an der Weßlinger Umfahrung stand in den vergangenen Monaten häufig in der Kritik. Nun reagiert das Staatliche Bauamt Weilheim.

Weßling – Knapp 2000 im Laufe der Zählung „verloren“ gegangene Amphibien, am Beton festklebende Springfrösche oder Tiere, die den Weg durch einen der 42 Durchlässe nicht überleben – das ist ein Teil der Bilanz der Amphibienschutzanlage, die die Tiere wohlbehalten von der einen Seite von Weßlings Ortsumfahrung auf die andere bringen soll. Umweltschützer sind deswegen seit Monaten erbost, jetzt kündigt das Staatliche Bauamt Weilheim Verbesserungen an.

Im Januar soll die endgültige Auswertung der Akzeptanzkontrollen vorliegen. Bekanntlich nimmt das Ingenieurbüro GFN Umweltplanung seit Anfang des Jahres eine Untersuchung vor, bei der die Tiere gezählt und deren Wege analysiert werden. Anfang des Jahres will das Büro die Ergebnisse der ersten Zählung vom Juli mit den neuesten Zahlen zusammenführen und bewerten. Das erklärte Julia Haider, Abteilungsleiterin für Landschaftsplanung beim Straßenbauamt, auf Anfrage des Starnberger Merkur. Und dann gehe es darum, inwieweit etwas an der kompletten Anlage und an den 42 Durchlässen verbessert werden kann.

Günter Schorn: „Wir werden ausgebremst“

Der Bund Naturschutz (BN) soll bei den Arbeiten mitwirken, so der Plan. Aber den endgültigen Bericht erhalten die Umweltschützer wohl auch erst Ende Januar, ärgert sich Kreisgruppen-Geschäftsführerin Dr. Helene Falk. „Wie sollen wir uns beteiligen, wenn wir die aktuellen Zahlen so spät bekommen, die ersten Tiere aber schon Ende Februar ihre Wanderung beginnen?“, fragt sie. Man lege wohl keinen Wert auf ihr Mitwirken, vermutet Falk. „Wir und auch die Untere Naturschutzbehörde werden gezielt ausgebremst“, geht BN-Kreisvorsitzender Günter Schorn noch weiter. Deshalb hat der Bund Naturschutz Ende August im Umweltministerium eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Höhere Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberbayern eingereicht.

Eine Stellungnahme sei trotz Nachfrage bislang noch nicht eingegangen, bemängelt Schorn. Der BN fordert unter anderem, dass die Tiere nachts und früh morgens eingesammelt werden. Denn derzeit müssten sie „die Nächte in überfüllten Eimern verbringen, teils bis Mittag des nächsten Tages“, heißt es in der Dienstaufsichtsbeschwerde. Damit werde eine „ganze Population kaputt gemacht“, befürchtet Schorn.

Mehr Eimer und weniger Zäune sind im Gespräch

„Die Feinjustierung läuft bereits“, beschwichtigt Julia Haider. Dem für den Bericht verantwortlichen Ingenieurbüro lägen alle Zahlen vor und sie hätten bereits Verbesserungen am Zählsystem vorgenommen, die aktuell mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt würden. Im Gespräch seien etwa mehr Eimer und dass nicht mehr durchgehend, sondern stichprobenartig abgezäunt wird. Beides sind Forderungen der Naturschützer. Sobald der offizielle Bericht vorliegt, sollen auch die Amphibienschutzanlagen „optimiert“ werden, kündigt Haider an.

Das könnte sich bayernweit auch auf zukünftige Schutzanlagen auswirken. Haider: „Durch die Kontrollen haben wir festgestellt, dass von den 42 Durchlässen manche besser und andere weniger gut angenommen werden.“

von Michèle Kirner

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