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An schönen Sommertagen kann es vorkommen, dass Ausflügler die Obere Seefeldstraße in Weßling komplett zuparken. Das wollen Verwaltung und Gemeinderat nun ändern.

Parkraumkonzept für die Gemeinde liegt vor, aber noch keine Entscheidung

Wird Parken am See bald kostenpflichtig?

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Die Gemeinde Weßling möchte die Parkplatzsituation im Ort und rund um den See ordnen. Ein Konzept mit neuen Beschilderungen, Markierungen und Parkscheinautomaten liegt mittlerweile vor. Eine Entscheidung hat der Gemeinderat am Dienstag aber noch nicht gefällt.

Weßling – Eins ist Weßlings Gemeinderäten klar: Es soll keine Situationen mehr geben wie in diesem Sommer, als Ausflügler vor allem die Obere Seefeldstraße rücksichtslos zuparkten und für Anwohner, Radfahrer und Fußgänger kaum mehr ein Durchkommen war. Wie sie das erreichen wollen, ist jedoch noch offen. In der Sitzung am Dienstagabend wurde vor allem der Ruf nach konsequenter Ahndung von Parkverstößen laut.

Zuvor hatte Rudolf Sonntag vom Germeringer Büro Schuhco ein Parkraumkonzept für Weßling vorgestellt. Dafür hatte sich der Diplom-Geograf im Juni an einem Donnerstag und an einem heißen Wochenende die Situation angeschaut. Die wichtigste Erkenntnis: „Es gibt in Weßling in allen Bereichen zu allen Tageszeiten relativ viele freie Parkplätze“, sagte Sonntag – mit wenigen Ausnahmen.

So herrsche an Werktagen ein höherer Parkdruck im Bereich der Hauptstraße beidseits der Grünsinker Straße. An schönen Sonntagen wird die Situation am See ab der Mittagszeit kritisch. „Dann ist zwar im Ort nichts los, am See haben wir aber eine Auslastung von 120 bis 130 Prozent festgestellt“, sagte Sonntag. Das konzentriere sich auf wenige Straßen, vor allem die Obere Seefeldstraße sei überlastet.

An dem Juni-Sonntag habe er dort 25 Falschparker auf einen Schlag gezählt, schilderte Sonntag. „Der Fußweg ist komplett blockiert, Ein- und Ausfahrten sind schwer zu erreichen“, sagte er. „Wenn dann noch die Feuerwehr durch muss ...“ Der Planer sprach von vier bis fünf neuralgischen Sommer-Wochenenden und „vielleicht zwei Wochenenden im Winter, wenn der See zugefroren ist“.

Als Ziele für ein Parkraumkonzept nannte Sonntag ein ausreichendes Stellplatzangebot für Kunden und Besucher der Geschäfte, Betriebe und Praxen, ein begrenztes Stellplatzangebot für Beschäftigte im Ortszentrum und vor allem: „Keine Attraktivitätssteigerung für Tagesausflügler durch Ausweitung des Parkplatzangebots.“

Dem Gemeinderat unterbreitete er einen Mix aus Maßnahmen. So schlug er vor, die Parkzeit auf Teilen der Hauptstraße (beidseits Grünsinker Straße und im Bereich des Maibaumplatzes) auf zwei Stunden zu begrenzen. Am Karpfenwinkel sollte die Parkzeit auf fünf Stunden begrenzt werden. Einen gebührenpflichtigen Bereich würde er auf der Oberen Seefeldstraße sowie Am Seefeld (und gegebenenfalls auch Am Kreuzberg und an der Gautinger Straße) einrichten – mit Parkscheinautomaten. Dort könnte die erste halbe Stunde frei sein und jede weitere Stunde einen Euro kosten bis zu einem Tageshöchstpreis zwischen vier und acht Euro.

Dazu sei eine eindeutige Beschilderung und Markierung erforderlich. Dabei ist Sonntag klar: „All das funktioniert nur mit einer konsequenten Parkraumüberwachung.“ In Steinebach etwa würden bei schönem Wetter wenigstens einmal am Tag Knöllchen geschrieben.

Falschparker rigoros aufzuschreiben forderten auch die Gemeinderäte. „Dann wird ein Lerneffekt draus“, sagte Peter Weiß (FW). „Überwachung ist der Hauptschlüssel, um das Problem in den Griff zu kriegen“, betonte Helmut Böhm (Grüne). „Was wir bisher machen, ist ja lächerlich.“ Uneinigkeit bestand allerdings in der Frage, ob Parkscheinautomaten aufgestellt werden sollen. Während sich Andreas Lechermann (CSU) dafür aussprach, mahnte Christian Zollner (FW), dass dann auch Gemeindebürger aus Hochstadt zur Kasse gebeten würden. „Das finde ich nicht gut“, sagte er.

Auf Vorschlag von Bürgermeister Michael Muther vertagte der Gemeinderat eine Entscheidung über das Konzept. Zunächst sollen sich die Fraktionen ausgiebig damit beschäftigen.

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