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Ein Teil der Hobby- und Berufskünstler, die den Weßlinger Pfarrstadel mit ihren Werken an Weihnachten bestückt haben.

Weihnachtsausstellung

Ein „buntes Treiben“ im Pfarrstadel

41 Berufs- und Hobbykünstler haben an den Weihnachtsfeiertagen die traditionelle Ausstellung im Weßlinger Pfarrstadel bestückt.

Weßling Vor 58 Jahren eröffnete Architekt und Maler Roland von Rebay in Weßling die Weihnachtsausstellung und führte damit an den christlichen Feiertagen einen festen Termin für viele Weßlinger und Kunstinteressierte ein, an dem sich auch heuer wieder zwischen Gemälden, Skulpturen, Schmuck, Aquarellen, Acrylbildern und Computerkunst lebhafte Gespräche entwickelten. Konstanze von Rebay organisiert mittlerweile die Ausstellung in der zweiten Generation und motivierte 41 Hobby- und Berufskünstler, ihre Werke im Pfarrstadel zu präsentieren.

Die jüngsten Aussteller, Korbinian und Marietta Richter, sind zehn und zwölf Jahre alt. Unter Anleitung ihrer Tagesmutter, Digitalkünstlerin Ute Kirchhof, abstrahieren die Kinder Fotos am Computer – und verwandeln ihre Schnappschüsse in Computerkunst. Etwa die Schlittschuhläuferin mit lila Jacke, aus der Marietta den doppelten Schmetterling zauberte, oder die Tretboote, die Korbinian in die unendliche Spirale ineinanderlaufender Farben transformierte.

Passend dazu betitelte von Rebay die Präsentation „Buntes Treiben“. Landschaftsidylle traf auf Sozialkritik in Form des Plastikstrandes, an dem Malerin Renate Kaiser das Kind Miri in Acryl auf Leinwand absetzte. Die 71-Jährige steckte dem Mädchen Plastikflaschen ins Eimerchen, die Füße in ein Plastikmeer und klebte auf den weißen Sand angespülten Abfall. Auswüchse der Wegwerfgesellschaft, die bei manchem Betrachter eine Grundsatzdiskussion auslöste. Dem stellte Ruth Neureiter in abstrakten Bildern den unwiederbringlichen Augenblick unverwüstlicher Zeitzeugen: die Berge.

Jedes der ausgestellten 41 Werke war eine persönliche Interpretation eines Eindrucks, der mit dem regen Austausch der aufeinandertreffenden Besucher verschmolz. Ins Staunen versetzte „Two in ONE“ von Flo Hagena, in der der Profi-Fotograf die Gesichtshälften von Vater und Sohn oder Mutter und Tochter miteinander vereinte.

Ein Füllhorn an Interpretationsmöglichkeiten boten Karin Ritschel-Arnholds Kohle-Zeichnungen, Acryl-Gemälde und Collagen genauso wie Karin Bachhubers Auseinandersetzung mit dem Wasserfall. Peter Schuierer tauchte den Pinsel in Öl und Porzellanfarben, sodass die glatte Oberfläche der Seegräser wie ein bearbeitetes Foto wirkte. Angela Reik hat in ihren Fotografien Kinderseelen eingefangen. Insgesamt eine inspirierende Augenweide in weihnachtlichem Ambiente der beiden Feiertage.

Von Michèle Kirner

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