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Die Weßlinger Blasmusik begleitet nach wie vor den Festgottesdienst beim Ersten Grünsinker Fest.  

Tradition

Grünsinker Fest ohne „Music Night“

Auch in diesem Jahr wird es keine Music Night geben beim Grünsinker Fest. Aus mehreren Gründen. 

Weßling – „Adieu Grünsinker Music Night“ schreibt Claus Angerbauer im Info-Blatt der Gemeinde: Auch in diesem Jahr wird es das Event nicht geben. Ebenso wenig wie das Waldfest der Weßlinger Blasmusik. Der Grund: hohe Sicherheitsbestimmungen und Kosten.

Seit 2009 fand die Grünsinker Music Night jeweils am Samstagabend vor dem zweiten Grünsinker Fest statt. Ebenso wie das Waldfest, das die Weßlinger Blasmusik am Vorabend des ersten Grünsinker Festes gestaltete. Ausschlaggebend für das abrupte Ende seien immense Kosten in Zusammenhang mit den immer strengeren Auflagen und Sicherheitsbestimmungen wie Security und Rettungsdienst gewesen, erklärt Angerbauer gegenüber dem Starnberger Merkur.

2009 sorgte sich der Gemeinderat um die zurückgehenden Besucherzahlen bei den Grünsinker Festen. Jugendreferent Angerbauer schlug vor, die Veranstaltungen mit einem Musikabend zu erweitern. „Mir war es ein Anliegen, der Jugend eine Plattform zu bieten, sich und ihre Musik live zu präsentieren“, erklärt Angerbauer. Nach einiger Überzeugungsarbeit willigte die Ratsrunde ein und die örtliche Blasmusik und die Jugend bekamen jeweils einen festen Konzertabend in der mystischen Waldlichtung zugesprochen. Angerbauer hatte genau acht Wochen Zeit, Bands und das notwendige Equipment zu beschaffen. Unkompliziert wie immer sprang Oberpfaffenhofens Musiker Erik Berthold ein und trommelte kurzerhand Bands und Interpreten zusammen, die schließlich vor 200 begeisterten Fans aufspielten. Im Laufe der Zeit fanden sich zu den Music Nights an lauen Sommerabenden bis zu 800 Zuschauer in der Lichtung und auf den angrenzenden Hügeln ein, lauschten den Beats der Jungstars und eroberten eine Tanzfläche, „auf der vom Jugendlichen bis zum knapp 80-Jährigen und sogar Rollstuhlfahrer abrockten“, wie Angerbauer berichtet.

Music Night und Waldfest mauserten sich zum gut besuchten Geheimtipp – und zum Zuschussgeschäft für die Gemeinde als Veranstalter, wie Vize-Bürgermeister Michael Sturm (FW) auf Nachfrage erklärt. Auch die Vor- und Nacharbeiten waren ein Kraftakt. „Die Bühne musste erst auf- und danach abgebaut werden. Das dauerte nicht selten bis drei Uhr morgens“, erinnert er sich. Dennoch: „Es war eine sehr schöne Zeit.“

Fortan lebt nur noch der Sonntag weiter „und dafür greift die Gemeinde tief in die Tasche“, bestätigte Sturm. Wie tief, ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Nur so viel: Die Security, der Schirm für die Bühne oder die Arbeit vom Bauhof sowie das Organisieren vom Stromanschluss oder dem Dixi-Klo – das alles kostet Geld. Ohne Helfer wie Landwirt Thomas Ostermair, der seit Jahren Bänke und Tische mit seinem Traktor hin und her fährt, wäre das Fest in der Form nicht möglich, betont Sturm. Aber Helfer seien Mangelware, stellt er fest und appelliert an Freiwillige, sich an Auf- und Abbau zu beteiligen. Weßlings Blaskapelle bleibt den Festgästen erhalten, denn sie begleitet neben Weßlings Chören den ersten Festgottesdienst. Die Music Night allerdings ist vorbei.

Das Erste Grünsinker Fest findet am Sonntag, 29. Juli, statt, das Zweite am Sonntag, 19. August. mk

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