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Die Hauptstraße in Weßling ist auch nach Inbetriebnahme der Umfahrung ein ständiger Diskussionspunkt.

Verkehr

Halteverbot in der Hauptstraße sorgt für dicke Luft

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In Teilen der Weßlinger Hauptstraße herrscht seit ein paar Tagen ein absolutes Halteverbot. Die Gewerbetreibenden fühlen sich schlecht informiert, Bürgermeister Michael Muther weist die Vorwürfe zurück.

Weßling – Die Geschäftsleute der Gemeinde Weßling haben die Nase voll. Der Grund: Am 5. April hatte die Gemeinde entlang der Hauptstraße streckenweise ein absolutes Halteverbot erlassen. „Dies geschah ohne Wissen der Gewerbetreibenden sowie der Anwohner“, ärgern sich die Gewerbetreibenden in einem Brief an Bürgermeister Michael Muther und alle Gemeinderäte. „Eine Frechheit“, findet das der Bürgermeister. Seine Mitarbeiter hätten die Anlieger sehr wohl informiert.

Insgesamt haben 14 Weßlinger Geschäftsleute den Brief unterschrieben. Unter ihnen die Familie Aenishänslin, Betreiber des Café am See, die Verantwortlichen des Tiergesundheitszentrum-5-Seen, Optik-Maier, Kosmetikerin Katalin Bak, Brigitte Köbler, Christoph Gradischnig, Eva und Hans Buchner, Martha Feld, Peter Trögl und Hans Obermayer – alles Anrainer der Hauptstraße.

Die Gewerbetreibenden werfen der Gemeinde Weßling vor allem mangelnde Transparenz vor. Es sei in der Gemeinde nicht möglich gewesen, eine konkrete Aussage zu dem Vorgehen zu bekommen. Alle zuständigen Mitarbeiter seien entweder im Urlaub, oder fühlten sich mit der Sache nicht vertraut. Auch im Internet sei nichts zu finden. „Es ist lediglich ein Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 20. Februar einzusehen, in dem wohl neue Aktionen beschlossen wurden“, ärgern sich die Geschäftsleute. Leider seien dort auch die erwähnten Anlagen nicht einsehbar. Dem Informationsblatt der Gemeinde Weßling vom März 2018 sei ebenfalls nichts Genaues zu entnehmen. „Die Internetseite, auf die dort verwiesen wird, hat keinen Inhalt.“ Auch der in der Bekanntmachung der Sitzung vom 20. Februar genannte Tagesordnungspunkt „Hauptstraße Weßling: Straßenverkehrsrechtliche Anordnung“ weise nicht auf den Inhalt hin. „Somit werden wir von allen Aktionen vollkommen überrumpelt.“

Die Gewerbetreibenden finden es nicht nachvollziehbar, wie die Gemeinde ihre Planungen ohne Einbeziehung von Gewerbe und Anwohnern vorantreibe. „Wir als Betroffene – und ganz nebenbei als Gewerbesteuer- und Einkommensteuerzahlende – fordern, zu Beteiligten gemacht zu werden. In unseren Augen wurden mittlerweile genügend unnütze, ihr Ziel verfehlende Aktionen in der Hauptstraße zur Verkehrsberuhigung durchgeführt“, heißt es. Die Gewerbetreibenden fordern, „dass keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden, die nicht mit uns abgestimmt worden sind“, und wünschen „ein gemeinsames Gespräch mit allen Beteiligten sowie hierzu zeitnahe Terminvorschläge“.

Ungehalten reagierte gestern Bürgermeister Michael Muther. Es handele sich um eine kurzfristige Anordnung aufgrund des Schienenersatzverkehrs. Der verstärkte Busverkehr habe in der Hauptstraße in den vergangenen Tagen zu erheblichen Stauungen geführt. „Daher haben wir auf Bitte des Busunternehmers das Halteverbot erlassen.“ Eine Mitarbeiterin habe Tobias Aenishänslin vom Café am See am 5. April darüber telefonisch informiert. Die Schilder waren aber bereits am Montag montiert worden. Laut Muther werden sie mit Ende des Schienenersatzverkehrs entfernt.

Aenishänslin bestätigte gestern das Gespräch mit einer Mitarbeiterin. Er hätte sich gewünscht, vorab informiert worden zu sein, und nicht erst auf wiederholte Nachfrage bei der Verwaltung und Gemeinderäten. Er wolle keinen Streit, „aber die Informationspolitik könnte besser sein“.

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