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Die Taktverstärker auf der Linie S8 rollen noch nicht so, wie geplant.

S-Bahnlinien S8

Usain Bolt und  der Taktverstärker

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Der MVV tut sich schwer dabei, seine Taktverstärker, also zusätzlich Züge, wie geplant anzubieten. Das nervt die Kunden zusehends.

Weßling – Groß angekündigt wurden die Taktverstärker, die zu Stoßzeiten den S-Bahnfahrern das Leben erleichtern sollen. Was im Fahrplan gut aussieht, findet in der Realität allerdings nicht so statt. Betroffen war zuletzt wohl vor allem der aus Herrsching kommende Taktverstärker, der um 7.15 Uhr den Bahnhof Gilching-Argelsried erreicht. Denn wirklich unterwegs ist der wohl eher selten. Brigitte Reichert aus Weßling hat mittlerweile die Nase voll und sich auch an den MVV gewandt. Dieser bleibt bei eher schwammigen Erklärungen.

Die 53-jährige Diplomkauffrau wohnt in Hör- und Sichtweite des S-Bahnhofs Weßling. Sie kann also gut beobachten, welche Züge fahren, und vor allem, welche nicht. „Die Taktverstärkerzüge, die laut Fahrplan montags bis freitags um 7.10 Uhr in Weßling abfahren und um 7.15 Uhr in Gilching-Argelsried ankommen, fallen nach meiner Bebobachtung zu fast 100 Prozent aus“, sagt Reichert. Dies sei jedoch weder im Streckenagenten noch unter „Betriebsstörungen“ auf der Homepage ersichtlich. „Erst am Bahnsteig, kurz vor der Abfahrt, erfährt der Fahrgast vom Ausfall. Dann ist es aber zu spät, um eine frühere Bahn zu nehmen.“

Hinzu komme der Umbau des Bahnhofs in Gilching-Argelsried. Dort wurde der Ausgang verlegt. Schüler, die mit dem Schulbus 949 zum Schulzentrum Gauting weiterfahren müssen, hätten nur fünf Minuten Zeit, um zur ebenfalls verlegten Bushaltestelle an der Pollinger Straße zu gelangen. „Das ist auf keinen Fall zu schaffen.“ Die Kinder müssten dann mit der S-Bahn über Westkreuz nach Gauting fahren, „kommen 30 Minuten zu spät zum Unterricht und zahlen für die Fahrt über Westkreuz 4,20 Euro, das sind drei Streifen“. Grundsätzlich früher zu fahren funktioniere nicht, da viele Kinder aus den Dörfern auf den Zubringerbus angewiesen seien. Reichert wundert sich auch darüber, warum gerade der Taktverstärker um 7.10 Uhr ausfalle, „die vorherige und nachfolgende Bahn fahren meistens“.

Reichert hat sich bereits an den MVV gewandt. Eine E-Mail blieb unbeantwortet, am Telefon wurde sie, das war schon im Mai, mit der Begründung vertröstet, es seien einige Züge in Reparatur. An dieser Begründung hat sich bis heute wohl nichts geändert.

Auf eine Nachfrage des Starnberger Merkur äußerte sich gestern eine Sprecherin der Bahn. Danach sei es vor allem im Mai wegen Lieferverzögerungen bei Ersatzteilen zu mehr Ausfällen bei Taktverstärkern gekommen. Die Fahrzeuglage sei weiter angespannt. Der angesprochene Taktverstärker sei tatsächlich überdurchschnittlich betroffen. „Für die Einschränkungen bitten um Entschuldigung.“ Über den Streckenagenten und die Internetseite werde aber sehr wohl aktuell informiert, so die Sprecherin.

Reichert kann das nicht bestätigen: „Wir haben wirklich immer über Handy geschaut.“ Auch gestern sei um 7.10 Uhr in Weßling von dem Taktverstärker keine Spur zu sehen gewesen. „Ein ganzer Trupp Kinder ist dann über Westkreuz gefahren.“ Die Internetseite der Bahn sei nicht aktualisiert worden, das gelte auch für die Umstiegszeit in Gilching: „Das könnte vielleicht Usain Bolt in drei Minuten schaffen, aber kein Fahrgast.“

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