Technisch brillant und mit Angriffsmentalität – um Maeve Burger rissen sich die amerikanischen Unis. Foto: SVJ

Weßlinger Fußballerin

Maeves Traum von Amerika

Weßling - Mit Talent, Ehrgeiz und ganz viel Fleiß spielte sich Maeve Burger aus Weßling zum Stipendium an einer amerikanischen Uni und kickt bald für Indianapolis in der ersten Liga im Frauenfußball.

Maeve Burger liegt die Welt zu Füßen. Zumindest die amerikanische Fußballwelt: Die Abiturientin überzeugte im Februar bei einer Sichtung in Leipzig mehrere amerikanische Universitäten von ihren fußballerischen Fähigkeiten. Jetzt erhält sie ein Stipendium bei der Butler Universität in Indianapolis und kickt ab der nächsten Saison in der amerikanischen ersten Liga.

Sie beeindruckte durch eine „unique blend of attacking mentality and technical acumen“, übersetzt also einer „einmaligen Mischung aus Angriffsmentalität und technischem Scharfsinn“, beschreibt die Universität auf ihrer Homepage den Neuzugang. Mit sechs Jahren stand die Weßlingerin zum ersten Mal auf dem Fußballfeld. Ansporn war damals der ältere Bruder Colin, der leidenschaftlich den Ball übers Feld führte. „Bald konnte ich mir nichts anderes als Fußballspielen vorstellen“, erinnert sich die 19-Jährige. Und das ist bis heute so geblieben.

Nach dem SC Weßling trat sie der Mädchenmannschaft des TSV Gilching bei, kehrte in der C-Jugend in die Bubenmannschaft der Weßlinger zurück. „Ich suchte eine Herausforderung“, begründet sie die Entscheidung. Unter den männlichen Kickern wurde körperlicher gekämpft. Rücksicht auf weibliche Befindlichkeiten nahm da keiner. Das war gut so, sagt sie.

Kurz darauf machte sie eine weitere ehrgeizige Entscheidung und spielte drei Jahre lang im zentralen Mittelfeld des Jungs-Teams der Münchner Fußballschule (MFS) unter dem Dach des DJK Würmtal. „In der MFS habe ich die Technik und Taktik gelernt.“ Fähigkeiten, die ihr bei der Sichtung von 22 Hochschulen die Zusage von 14 Universitäten einbrachten. Eindruck hatte aber auch ihr offensichtlicher Ehrgeiz hinterlassen. „Während einige der Mitspielerinnen sich vor dem Sichtungstraining erst warmredeten, machte sie Aufwärmübungen“, berichtet Mutter Liz. Maeve Burger hat sich nie alleine auf ihr Talent verlassen. Wenn ihre Freunde feierten, trainierte sie oder ging früh nach Hause, um für das Spiel ausgeschlafen und fit zu sein.

Als sie vor zwei Jahren ins zentrale Mittelfeld zu den Drittliga-Damen des FFC Wacker München wechselte, half die Erfahrung im Männerfußball. Selbstbewusst ging sie in Laufduelle und stellte sich dem Zweikampf, blickt sie zurück.

Zusätzlich zu den drei Vereinstrainings in der Woche schob sie noch ein bis zwei Extra-Einheiten bei der MFS ein. Und nach ihrer Bewerbung auf der Seite www.sport-scholarships.com für ein Stipendium, hatte der Zufall seine Finger im Spiel. „Ich war eigentlich für Unis vorgesehen, die in der zweiten oder dritten Liga spielen.“ Dann aber kam ein Coach der Butler University zum Trainingsspiel der Wacker-Damen. Im Fokus stand eigentlich eine andere Spielerin – die Aufmerksamkeit zog aber Burger auf sich.

Nach der Sichtung flog sie für ein paar Tage nach Indianapolis, am Wochenende unterschrieb sie den Vertrag. Und bei der Wahl der Uni legte erneut ihr sportlicher Ehrgeiz die Marschrichtung fest: Sie zog den Bundesstaat in der Mitte der USA einem Studium im sonnigen Florida vor. „Die Uni hat die besten Rankings“, argumentiert sie nüchtern.

Im Übrigen gefiel ihr das Training: Zwei Mal täglich plus Spiele am Wochenende. Diesen vielversprechenden Ausgang hätte sie sich vor einem Jahr noch nicht vorstellen können, gesteht sie. Für die Fußballerin beginnt Anfang Juli ein neuer Lebensabschnitt. Im „Butler Bulldog women’s soccer“ und im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Mit Englisch dürfte sie keine Probleme haben: Dank der irischen Mutter wuchs sie zweisprachig auf.

von Michèle Kirner

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