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Ein Adler als Trophäe: Lilly Reik (23) hat die Gesamtwertung beim Bergtriathlon in St. Anton gewonnen; rechts Herrensieger Florian Holzinger.

Bergtriathlon

Weßlingerin Lilly Reik holt sich den Arlberg Adler

Lilly Reik hat den Arlberg Adler gewonnen. Die 23-jährige Weßlingerin holte sich den Sieg beim Bergtriathlon, bestehend aus einem Skirennen, einem Halbmarathon und einem Mountainbike-Rennen.

Weßling – Der angekündigte Preis eines Saisonskipasses für den Arlberg motivierte sie, der heuer verstorbene Großvater legte ihr die Leidenschaft für Sport in die Wiege: Lilly Reik (23) setzte sich im Bergtriathlon „Arlberg Adler“ in St. Anton gegen alle Konkurrentinnen durch. Den Pokal in Form eines geschnitzten Adlers widmete sie ihrem Opa Rolf Reik.

Unwillkürlich beschleicht den Zuschauer ein ungutes Gefühl, wenn sich nach dem Startschuss vom Skiabfahrtsrennen „Der Weisse Rausch“ hunderte ambitionierte Skifahrer gleichzeitig den 2665 Meter hohen Vallugagrat herunterstürzen. Diese erste Phase des Triathlons im April bewältigte Lilly Reik nicht nur unbeschadet, sondern stand sogar als beste Frau auf dem Podest (wir berichteten). Den 21 Kilometer langen Halbmarathon „Jakobilauf“ im Juli meisterte die 23-Jährige als Zweite, um nur einen Monat später beim Mountainbike-Rennen als Vierte im Ziel einzutreffen. Geholfen habe ihr da sicherlich das Profimountainbike, das ihr ein renommierter Radhersteller für diesen Anlass geliehen hat, räumt Reik bescheiden ein.

Mit Startnummer 213 auf dem Rücken trat sie in dem Rennen über eine Strecke von 35 Kilometern kräftig in die Pedale und überwand dabei 1322 Höhenmeter. Teilweise führte sie der Weg im wahrsten Sinne Kopf voran die rote Skipiste hinunter. In die von den Veranstaltern zur Sicherheit aufgebauten orangen Auffangmatten stürzte sie nicht, ging aber mit tiefem Sattel und enormem Bremseinsatz auf Nummer sicher, erinnert sich die Weßlingerin. Nach nicht ganz zwei Stunden gab sie mit einem Endspurt in der Fußgängerzone „noch mal richtig Vollgas“ – und nahm ihrem ebenfalls teilnehmenden Vater Georg Reik beim Rennen mehr als eine Viertelstunde ab. Schon vor mehr als 20 Jahren stand er hier am Start, damals gemeinsam mit seinem Vater und seiner Frau Angie.

Angekündigt wurde das Bikerennen mit einer Ausscheidung, die „selbst den Profis den Schweiß ins Gesicht treibt“. Geschwitzt habe sie gründlich, bestätigt die Medizinstudentin, die gleichzeitig mit 132 Teilnehmern einen Massenstart hinlegte. Der Schlüssel zum Erfolg: viel Training und Selbstdisziplin. Vorbereitet auf das Skirennen hatte sie sich ab dem ersten Skitag der vergangenen Saison. Den Trainingsplan für den Halbmarathon gestaltete eine Trainingsapp, gelaufen ist sie im Englischen Garten. Ganzjährig radelt sie 13 Kilometer ins Labor, wo sie sich ihrer Doktorarbeit widmet, oder ins Klinikum Großhadern für ihr Medizinstudium an der Ludwig-Maximilian-Universität. Ab April intensivierte sie ihr Training durch längere Strecken im Fünf-Seen-Land auf dem Erbe ihres Großvaters, einem roten Rennrad. In Gedenken an ihren Opa fuhren die 13-köpfige Großfamilie Reik und engste Freunde eine Woche vor dem Radrennen nach St. Anton. An seinem Lieblingstiefschneehang gedachten sie dem Verstorbenen – und an den Opa dachte Lilly Reik auch, als sie mit dem World-Cup-Bike unterwegs war.

Das wird im kommenden Jahr genauso sein, wenn sie sich erneut in drei Disziplinen unter die Sportler mischt. Mit dabei sei sie auf jeden Fall, sagt sie. Nicht nur, weil der Gewinnerin der diesjährigen Ausscheidung alle Teilnahmegebühren erlassen werden. Im Geiste trainiert sie schon wieder. Hätte sie nicht arbeiten müssen, wäre sie beim ersten Schneefall vor ein paar Tagen den Hintertuxer Gletscher aufgestiegen, sagt sie mit dieser Leidenschaft für den Sport, den die Älteste von vier Geschwistern bereits in dritter Generation lebt.

Michelle Kirner

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