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An der Hauptstraße in Weßling: Die Verkehrsinseln gefallen nicht jedem.

Bürgerversammlung

Weßlings  Verkehrsinseln bleiben

Die Weßlinger sind ganz zufrieden mit der Politik in ihrem Ort. nur die Verkehrsinseln strapazieren die Nerven des ein oder anderen. 

Weßling – An die 70 Bürger interessierten sich am Montagabend im Weßlinger Bürgerstadl für den Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Michael Muther. Während die Weßlinger offensichtlich zufrieden sind, jedenfalls abgesehen von Beschwerden über Dreck, Schmierereien und Scherben rund um den Bahnhof, wird es Muther „a bissl schummrig“ in Anbetracht der in Zukunft zu erwartenden Kreisumlage, die etwa mit dem Bau des Gymnasiums am Ammersee wohl ansteigen wird.

Auch der vor einem knappen Jahr verkaufte Sonderflughafen Oberpfaffenhofen versetzte den Rathauschef in Alarmbereitschaft. „Die Käufer sagen, es sei keine Erweiterung des Flughafens geplant und sie wollten nur eine bauliche Entwicklung“, berichtete Muther. Der Planfeststellungsbeschluss sehe vor, ausschließlich „luftfahrtaffines Gewerbe“ dort anzusiedeln. Auf dem Gelände dafür festgelegt sind 547 000 Quadratmeter Geschossflächen. Das könnte mit einigen tausend Arbeitsplätzen und einem damit verbundenen Siedlungsdruck und mehr Verkehr einhergehen, prophezeite Muther. Eine Entwicklung, die sich allerdings auch positiv auf die zu erwartenden Gewerbesteuern auswirken würde, die aktuell mit rund 1,8 Millionen Euro eine gute Million unter den Erwartungen liegt. Trotz alledem sind im Haushalt 2017 keine neuen Kredite vorgesehen. Das generelle Motto ist: Schuldenabbau und Rücklagen bilden.

Das Augenmerk liegt laut Muther auf der geplanten zentralen Schule, der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und dem Rück- und Ausbau der Hauptstraße. Über die dort aufgeschraubten Inseln haben sich die Bürger nicht nur bei der Gemeinde, sondern sogar bei der Regierung von Oberbayern beschwert. Ergebnis: Die Regierung hat die Gemeinde aufgefordert, die Inseln zu entfernen. Das sieht Muther nicht ein. „Wir haben einen Verkehrsplaner, der uns beim Umbau der Hauptstraße berät.“ Dieser werde auch die verkehrsberuhigenden Maßnahmen in Augenschein nehmen und eventuelle Änderungen vorschlagen. Einen Abbau schloss Muther aus. Via Videokameras wird indessen in Zukunft der aus aus Herrsching kommende Verkehr durch den Ort sowie der Schleichverkehr analysiert. Eine für demnächst vorgesehen Aktion von „Unser Dorf“ mit dem Aufkleber „Freiwillig 30“ appelliert an die Vernunft der Autofahrer.

Nicht freiwillig, sondern neuerdings gesetzlich vorgeschrieben, ist Tempo 30 vor dem altengerechten Wohnprojekt in der Ortsmitte. Zwischen 7 und 19 Uhr sind auch auf der Weßlinger Straße in Hochstadt vor dem Hort 30 Stundenkilometer angesagt. Den Inklusionsgedanken habe man bei allen Maßnahmen im Gemeindegebiet im Blick, versicherte Muther. Auf sich warten lässt allerdings der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs: „Das passiert frühestens 2019“, so Muther.

mk

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