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Um Marihuana ging es bei einem Fall vor dem Starnberger Amtsgericht. 

Amtsgericht in Starnberg

Erpressung, Menschenraub, Körperverletzung

Seefeld/Weßling -  Erpressung, Menschenraub,  Körperverletzung und Verkehrsgefährdung: Mit einer beeindruckenden Anklageliste hatte es das Gericht in Starnberg zu tun.   

Unter keinem guten Stern stand im Sommer 2013 ein gründlich missglücktes Marihuana-Geschäft. Involviert waren eine Seefelder Studentin (21), ihr damaliger Penzberger Freund (24), ein Weßlinger Azubi (19) sowie der ehemalige Mitschüler der Seefelderin, ein 24-jähriger Kfz-Mechaniker aus Tutzing. Beeindruckend lasen sich zunächst die Anklagepunkte gegen das junge Quartett: Neben räuberischer Erpressung, erpresserischem Menschenraub, versuchter gefährlicher Körperverletzung und gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr legte die Staatsanwaltschaft den Angeklagten auch Betrug und Drogenhandel zur Last. Im Laufe eines vollen Verhandlungstags stellte sich heraus: Es ging vor allem um jugendlichen Nonsens. 

Das Starnberger Jugendschöffengericht verhängte die Strafen mit entsprechendem Augenmaß. Die Studentin muss kraft Urteil 40 Sozialstunden ableisten sowie eine Geldauflage von 550 Euro zahlen. Ihr unter das Erwachsenen-Strafrecht fallender Ex-Freund wurde strammer verurteilt. Der 24 verließ den Sitzungssaal mit einer neunmonatigen Bewährungsstrafe sowie 550 Euro Geldauflage. Der Weßlinger Azubi kam mit einer Geldauflage von 500 Euro glimpflicher davon. Im Falle des mitangeklagten Tutzingers, der bis zuletzt entschieden erklärte, er habe mit der ganzen Sache nichts zu schaffen, ordnete Richter Ralf Jehle Nachermittlungen an. 

Anfang Juni 2013 ging bei der Seefelderin eine überraschende Facebook-Anfrage ein. Laut Angaben der Studentin, bestellte ihr ehemaliger Tutzinger Mitschüler 200 Gramm Marihuana. Die 21-Jährige und ihr damaliger Freund nahmen daraufhin Kontakt zu dem Weßlinger Azubi auf, der ihnen zusagte, in Bälde 200 Gramm Marihuana zu besorgen und entsprechend 500 Euro Anzahlung einkassierte. Was das Dealer-Pärchen nicht wusste: Der Weßlinger plante, die beiden lediglich abzuzocken und hatte nie vor, ihnen Drogen zu besorgen. Stattdessen log er beharrlich, die 500 Euro seien ihm von seinem Münchner Dealer geklaut worden. Als der Schwindel aufflog, kochten die Gemüter. Die Seefelderin und der Penzberger luden den Weßlinger in ihr Auto, fuhren nach Herrsching und setzten ihn auf einem Parkplatz verbal unter Druck. „Mir wurde Körperverletzung angedroht und einmal hieß es auch, sie wollten mich nackt aussetzen“, so der Weßlinger, der während der Autofahrt in Tränen ausbrach und vor Gericht erklärte: „Ich war danach kurzzeitig in psychologischer Behandlung.“

Ergebnis der Tour: Der Weßlinger händigte dem Paar sein Smartphone, einen MP3-Player sowie eine Sonnenbrille als Pfand aus. Auch eine Auseinandersetzung mit der Familie des Weßlingers brachte tags darauf nur böses Blut. Hierbei soll die Mutter des Weßlingers versucht haben, den Zündschlüssel aus dem VW der Studentin zu ziehen, um diese am Wegfahren zu hindern. Die Studentin erklärte vor Gericht, sie sei erst losgefahren, nachdem sie den Arm der Mutter aus dem Fenster geschoben hatte – es habe keine Verkehrsgefährdung gegeben. In Sachen Geld gingen scheinbar alle Beteiligten leer aus. Die 500 Euro erhielt das betrogene Paar bis heute nicht zurück. Vor dem Kadi ließ der Weßlinger wissen, er habe das Geld beim Baden verloren

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