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Besuch auf der Baustelle: Ausgerüstet mit Sicherheitshelm, aber auf eigene Gefahr besichtigten rund 50 Bürger die künftige Westumfahrung.

Westumfahrung Starnberg

Spaziergang auf der Riesenbaustelle

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Starnberg - Auf einer Riesenbaustelle spazieren gehen: Diese Chance nutzten am Freitag rund 50 Landkreisbürger bei der Besichtigung der künftigen Westumfahrung.

Die Scharte in der Landschaft ist immens. Wo einmal die 79 Meter lange Röhre unter der so genannten Grünbrücke der Starnberger Westumfahrung hindurchführen wird, ist jetzt Luft, sehr viel Luft. Die Scharte ist links und rechts mit Holzstücken abgesichert, damit die Landschaft nicht in die Baustelle fällt. Dazwischen steht wie ein riesiger Dachstuhl die 25 Tonnen schwere Schalung, in die demnächst die Röhre betoniert wird. Sie muss neun Mal bewegt werden, dazu kommen die beiden Portale. Jedes Mal werden 50 Tonnen Stahl und 400 Tonnen Beton verarbeitet. Später kommen 50 000 Kubikmeter Erde drauf, deshalb muss das Gewölbe der Röhre stabil sein.

Wer am Freitag bei der öffentlichen Führung über die Westumfahrungsbaustelle dabei ist, hört permanent diese hohen Zahlen und fremden Begriffe. Zum Beispiel Berliner Verbau, Trennbeton, Kappe, Tropftüllen, die die Brücke über den Waldweg entwässern. Am Ende werden 12,7 Millionen Euro verbaut sein, dafür gibt es dreieinhalb Kilometer Straße, fünf Bauwerke – Brücken, Unterführungen und die Grünbrücke samt Röhre – und hoffentlich weniger Verkehr in Starnberg.

Sicher weniger Verkehr in Hadorf, unterstreicht Bürgermeisterin Eva John bei der Begrüßung. Die Stadt ist Bauherrin, das Staatliche Bauamt Weilheim baut, „und wenn der Freistaat Geld hat, kriegen wir 80 Prozent wieder zurück“.

Einer misst die Straßenbreite nach

In zwei Gruppen, eine muss zwischendurch der anderen ihre Sicherheitshelme geben, geht die Führung durch die künftige Grünbrücke. „Wie ist die Dimension von der Breite der Straße her?“, fragt ein Bürger. „Auf wie viele Jahre ist sie ausgerichtet?“ Lediglich zweispurig mit einer Breite von 7,50 Meter, antwortet Bauamtsleiter Michael Kordon. Etwas später, auf der Brücke, unter der bald ein Wald- und Wirtschaftsweg durchführt, holt ein Teilnehmer einen Meterstab aus dem Rucksack und misst nach. Das überraschende Ergebnis: Statt der von Bauamtsmitarbeiter Christian Probst genannten sieben Meter sind es sogar 7,51 Meter Breite.

Die Brücke an sich wirkt grotesk, wie sie da allein in der Landschaft steht. Sie ist schon ziemlich fertig: Zwei Maler streichen das Geländer grau an. Der Wald- und Wirtschaftweg läuft noch 50 Meter weiter nördlich und wird auch während der Bauarbeiten von den Waldbesitzern genutzt. Wieso die Brücke nicht auf Höhe des jetzigen Weges entstand? „Sonst wären die Steigungen zu stark“, erklärt Probst.

Die Sicherung der Baustelle spricht CSU-Ortvorsitzender Stefan Frey an. „Uns ist am Wochenende aufgefallen, dass sie von Perchting her offen war“, sagt er (siehe Kasten). Eine Dame ergänzt: „Von Perchting führt ein Spazierweg hierher.“ Doch passiert sei bislang nichts, auch kein Vandalismus, berichtet Bauleiter Peter Wörishofer von der Firma Hubert Schmid. Zur Sicherheit und zur Dokumentation der Arbeiten überwacht eine Webcam die Baustelle.

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