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Widerstand gegen Gewerbe vor den Stadttoren

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Starnberg - Das von der Gemeinde Pöcking geplante Gewerbegebiet Schmalzhof kommt weiter nicht bei allen Starnbergern gut an. Stadtrat Maximilian Ardelt fordert Aufklärung, was dagegen unternommen wurde.

Die Stadt kämpft bei der Planung ihres neuen Gewerbegebiets in Schorn noch mit Verkehrsproblemen, Pöcking hingegen ist mit seinem am Schmalzhof bereits in der letzten Phase des Bebauungsplanes. In einem Jahr könnten auf der Fläche östlich des Kreisverkehrs Maxhof bereits Erschließungsarbeiten laufen. Der Widerstand im Starnberger Süden gegen die Pläne des Nachbarn ist ungebrochen. WPS-Stadtrat Maximilian Ardelt, seinerzeit Mitautor eines Protestschreibens des Aktionskreises „Rettet die Schmalzhof-Landschaft“ fordert nun in der nächsten Stadtratssitzung Aufklärung, was gegen das Gewerbegebiet unternommen worden sei. Denn: Der Starnberger Bauausschuss hatte sich dagegen ausgesprochen.

Ardelt möchte wissen, welche bisherigen und geplanten Aktivitäten die Stadtverwaltung bei zuständigen Stellen unternommen habe, um dieses Projekt gemäß Stadtratsbeschluss zu verhindern. „Die Stadt ist aufgefordert, sämtliche gebotenen Maßnahmen – insbesondere in Richtung Landkreis, Regierung Oberbayern und Naturschutzbehörde – zu ergreifen, um dieses von der Gemeinde Pöcking seit langem systematisch angestrebte Gewerbegebiet am Rand der Kreisstadt zu verhindern“, so Ardelt. Argumenten Pöckings für den Schmalzhof und gegen Flächen bei der Kaserne kann er nichts abgewinnen. Ardelt führt als Argumente dagegen die Zersiedelung durch ein „sich schrittweise erweiterndes attraktives Gewerbegebiet mit hohen Gebäuden von bis zu elf Meter Höhe“ ins Feld, den Landschaftsschutz, Lärm- und Abgasbelästigungen angrenzender und als Einheimischen-Modell geplanter Wohnbebauung sowie vor allem das Risiko von erheblichem zusätzlichen Verkehr für die Starnberger Innenstadt über den Oberen Seeweg und die Possenhofener Straße einschließlich Schleichverkehr auf angrenzenden Wohnstraßen. Auch könnte Pöcking Starnberger Firmen eine neue Heimat für Starnberger Firmen werden.

Das hat Pöckings Bürgermeister Rainer Schnitzler aber gar nicht im Sinn. Mit Absichtserklärungen aus Pöcking sei das Gewerbegebiet ausgelastet – auszuschließen sei ein Zuzug aus Starnberg aber nie. Große Unternehmen hätten am Schmalzhof bei 1,7 Hektar zusätzlichen Baulandes plus mehr als einem Hektar mit bestehendem Baurecht sowieso keinen Platz. Logistik und großflächiger Einzelhandel sei ausgeschlossen, die Gemeinde plant auf ihrem Teil der Flächen einen Handwerker- und Gewerbehof. Etwa die Hälfte des Gewerbegebietes ist in privater Hand.

Die Stadt habe ihre Bedenken angemeldet, die jedoch der Pöckinger Gemeinderat nicht geteilt habe – er geht nicht von mehr Verkehr aus und auf Basis von Gutachten nicht von mehr Lärm. In den nächsten Wochen wird der Bebauungsplan erneut ausgelegt, sagte Schnitzler. Dann können Starnberger ihre Bedenken erneut anmelden.

Bürgermeisterin Eva John will bei der nächsten Sitzung kommenden Montag den Stadtrat informieren. Die Stadt könnte ein Normenkontrollverfahren gegen den Bebauungsplan anstreben – ein selten erfolgreiches Unterfangen.

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