Der Eingang zum Wirtsgarten des Lokals im Hotel Alte Linde in Wieling.
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Seit mehr als 30 Jahren in Betrieb, aber ohne Genehmigung: der Biergarten der „Alten Linde“.

Überraschung für Traditionsgasthaus

„Alte Linde“-Biergarten ohne Genehmigung

  • vonSandra Sedlmaier
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Der Biergarten der „Alten Linde“ in Wieling hat keine Baugenehmigung. Das stellte sich im Zuge der Recherchen zu einem Bauantrag für ein Wohnhaus nebenan heraus.

Wieling – Seit Jahrzehnten gibt es das Hotel und Restaurant Alte Linde in Wieling. Und fast ebenso lange wird der dortige Biergarten für die Bewirtung der Gäste genutzt. Jetzt stellte sich heraus: Für diese Nutzung liegt keine Genehmigung vor. Das hat das Feldafinger Bauamt im Zuge der Recherchen für einen Bauantrag herausgefunden.

Wie berichtet, will der neue Eigentümer der „Alten Linde“, Andreas Bauer, auf das sehr große Flurstück des Biergartens ein Einfamilienhaus bauen und dafür der Gastronomie zwei Tische wegnehmen. Auf Anfrage hatte Bauer versichert, dass der Biergarten natürlich weiter bewirtschaftet werden solle. Der Gemeinderat hatte in seiner August-Sitzung die Entscheidung über den Bauantrag unter anderem deshalb vertagt, um den Bestand des Biergartens nicht zu stören und weitere Nachforschungen anzustellen.

Das ist jetzt passiert. Das Ergebnis stellte Bürgermeister Bernhard Sontheim in der jüngsten Ratssitzung vor. „Der Antrag wurde vertagt, weil wir die Genehmigung für den Biergarten nicht gefährden wollten. Jetzt hat sich herausgestellt, dass der Biergarten gar keine Genehmigung hat.“

Sontheim hat eine Erklärung, wie es dazu kommen konnte. „Das war eine Dorfwirtschaft“, erinnert er sich. Die Wirtin habe erst einen Tisch rausgestellt, dann zwei. Als der vorige Eigentümer der „Alten Linde“ vor mehr als 30 Jahren das Hotel übernommen habe, sei der Biergarten bereits etabliert gewesen.

Zwar gebe es einen Tekturantrag für das Hotel aus dem Jahr 1993, auf dessen Plänen der Biergarten als Bestand eingezeichnet sei, ergänzte der Bürgermeister. „Jetzt ist unklar, ob der Biergarten damit implizit genehmigt ist oder nicht.“ Das werde derzeit rechtlich in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt abgeklärt. Sontheim ist allerdings skeptisch: „Ein nicht ausdrücklich genehmigter Biergarten ist nicht automatisch genehmigt, nur weil er in einem Plan auftaucht.“

Handelt es sich damit um einen illegalen Biergartenbetrieb? Diese Frage kann das Landratsamt noch nicht beantworten. „Das prüfen wir gerade“, sagte Christian Kröck von der Pressestelle. Der Wirt habe jedenfalls eine vorläufige Konzession für dessen Betrieb. Vorläufig, weil er das Lokal erst im Februar übernommen habe.

Wegen des Bauantrags rechnet Sontheim nicht mit Problemen für den Biergartenbetrieb. Eher, wenn sich jemand aus der Nachbarschaft beschwere. Der künftige Bewohner des neuen Hauses wird sich sicher nicht beschweren. Bauer will es für seinen Sohn bauen.

Das darf er auch. Dem beantragten Wohnhaus hat der Gemeinderat mit 11:2 Stimmen sein Einvernehmen erteilt. Wie Sontheim sagte, sei es nach § 34 Baugesetzbuch genehmigungsfähig.

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