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Windkraft: Bessere Werte als gedacht

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Starnberg - Mehr als erwartet: Der Wind in Teilen der Untersuchungsgebiete für Windkraftanlagen im Stadtgebiet von Starnberg wehr stärker als zunächst angenommen. Dadurch erhöht sich die Zahl möglicher Standorte.

Von den vier Arealen, die derzeit im Zuge der Teilflächennutzungsplan-Erarbeitung genauer untersucht werden, hatte bisher nur das westlichste gute Chancen. Dort hatten die Stadtwerke München als möglicher Partner der Stadt bereits genauere Untersuchungen durchgeführt - das Gebiet westlich von Perchting galt als favorisiert. Am Rande der vorgezogenen Bürgerbeteiligung in der Schlossberghalle wurde jedoch deutlich, dass auf Basis neuer Windberechnungen auch in Flächen nördlich von Wangen der Wind so stark weht, dass dort Windräder mit einer Höhe von rund 200 Meter wirtschaftlich zu betreiben sind. Genauere Untersuchungen jedoch stehen nach Angaben von Starnbergs Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger noch aus.

Willkommen sind die Windräder jedoch nicht unbedingt. Bei der Info-Veranstaltung meldeten sich Kritiker speziell aus Perchting und Wangen zu Wort. Ein massiver Eingriff in die Landschaft sei es, beklagte Walter Huber - er sprach von "Horiontverschmutzung" und von einer Ablenkung, weil das menschliche Auge stets auf Bewegung reagiere. Auch fürchtet er nachts ein Meer aus Blinklichtern. Zumindest das dürfte ausbleiben, wie Robert Sing von den Stadtwerken München erklärte. Neue Anlagen erkennen Flugzeuge und schalten die Befeuerung erst ein, wenn es nötig ist. Franz Pentenrieder aus Wangen will nicht hinnehmen, dass Landschaftsschutzgebiete verschandelt werden - für eine Technologie, deren Wirtschaftlichkeit hierzulande zu hinterfragen sei.

Bei der Info-Veranstaltung meldeten sich auch Befürworter zu Wort. Ihre Kritik an den Kritikern: Man höre keine Alternativen, wie der Strom regenerativ erzeugt werden solle.

Derzeit laufen in den Gebieten weitere Untersuchungen. Bis nächsten Montag, 28. November, können sich Bürger im Starnberger Rathaus die Pläne genauer ansehen. Kurz vor Weihnachten wird der Stadtrat alle Bedenken abwägen und den dann aktualisierten Plan erneut auslegen lassen. Wohl im Frühjahr wird der Plan mit den Konzentrationsgebieten gültig. Erste Windräder könnten dann Mitte 2014 errichtet werden.

Bis dahin jedoch ist es noch ein weiter Weg. Unter anderem ist noch unklar, welche Standorte innerhalb der möglichen Konzentrationsflächen die militärische und zivile Flugsicherung akzeptiert. Bisher wurden einzelne Teststandorte westlich von Perchting und nördlich von Hadorf abgefragt. Antwort: Nein. Denkbar ist laut Kreisbaumeister Dr. Christian Kühnel, dass die Gebiete deswegen wegfallen.

Die Stadt steht hinter der Windkraft, da sie Teil der Energiewende bis 2035 ist. Ein Windrad der geplanten Bauart kann rechnerisch 1500 Starnberger mit Strom versorgen. Fast 4000 kWh verbraucht ein Bürger im Durchschnitt pro Jahr - Gewerbe inklusive. Die Stadtwerke München operieren dagegen mit Zahlen von mehr als 1500 Haushalten. Basis dafür ist der durchschnittliche Verbrauch eines dreiköpfigen Privathaushaltes.

Alle Gemeinden im Landkreis haben nach möglichen Konzentrationsflächen gesucht. Das Projekt gilt bayernweit als Pilotplanung, um die Standorte von Windrädern zumindest in gewissen Grenzen zu steuern. So ist der Mindestabstand im Landkreis Starnberg auf 1000 Meter zur Wohnbebauung festgelegt; das Baurecht sieht dafür rund 600 Meter vor.

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