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Protest vorm Rathaus: Vor der Ratssitzung am Montagabend protestierte Gegner der Anlagen, vor allem aus Neufahrn, vor dem Rathaus. Die vier Standort liegen näher an Neufahrn als an anderen Orten.

Windkraft-Entscheidung in Berg

Klare Mehrheit für den Bürgerwindpark

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Berg - Die Gemeinde Berg hält an ihren Windkraftplänen fest und will einen sofortigen Maßnahmebeginn erreichen. Das beschloss der Gemeinderat am Montagabend mit 17 gegen 2 Stimmen.

Der Berger Gemeinderat hat sich mit 17 gegen 2 Stimmen für die Fortsetzung des Windkraftprojektes in den Wadlhauser Gräben und für die Gründung einer Betreiber-GmbH entschieden. Zudem soll beim Landratsamt der so genannte Sofortvollzug der Genehmigung beantragt werden.

Der Grundsatzbeschluss, an den Bauplänen für vier 207 Meter hohe Anlagen festzuhalten, fiel ohne große Debatte. In vielen Sitzungen im Vorfeld hatte sich der Rat mit Rechtsmodellen, Windmessungen, Betreibermodellen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen befasst. Dr. Peter Haslbeck (CSU), der schon lange Zweifel an den Berechnungen hat, stimmte wie sein Fraktionskollege Robert Wammetsberger dagegen. "Mir ist das Risiko zu hoch", sagte Haslbeck unter Hinweis auf stark unterschiedliche Angaben zu Windgeschwindigkeiten in den Berechnungen (5,9 Meter je Sekunde) und im Bayerischen Windatlas (5,0). Daher würden die Anlagen "nie und nimmer" die erwarteten Strommengen liefern können - und damit nicht wirtschaftlich sein.

Die Mehrheit im Rat jedoch hält die Berechnungen für tragfähig und stimmte den Vorschlägen von Bürgermeister Rupert Monn in der nur halbstündigen Sondersitzung zu. Demnach werden zwei Gesellschaften gegründet, von denen eine den Betrieb übernimmt und Kommanditisten aufnimmt. Das können Einzelpersonen sein, die Energiegenossenschaft, andere Unternehmen und dergleichen. So soll die Bürgerbeteiligung sichergestellt werden. Erste Anfrage lagen am Montagabend bereits vor, sagte Monn.

Der Sofortvollzug hingegen ist kniffliger. Gegen die Genehmigung der vier Anlagen sind Klagen bei Verwaltungsgericht eingereicht worden, die Monn zufolge aufschiebende Wirkung haben. Die Gemeinde muss jedoch die Bauplätze im Oktober oder November roden lassen, weil sie das nur dann darf. Deswegen stellt die Gemeinde nun einen Antrag auf Sofortvollzug beim Landratsamt, der die aufschiebende Wirkung aussetzt.

Vor dem Berger Rathaus protestierten Betroffene aus den Nachbargemeinden gegen die Pläne. Die Sitzung selbst wurde von rund 50 Zuhörern verfolgt.

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