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Windkraft: Info-Tour ins Allgäu

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Gruppenbild mit Windrädern: der Berger Gemeinderat in Woldpoldsried. © Sedlmaier

Berg/Starnberg - Schauen, wie's andere machen: Delegationen von Kreistag und Gemeinderat Berg haben sich am Wochenende in Wildpoldsried über erneuerbare Energiequellen, speziell Windkraft, informiert. Einige wichtige Tipps gab's dort umsonst.

Wildpoldsried mit einen rund 2500 Einwohnern ist eine Vorzeigekommune in Sachen Klimaschutz. Seit Ende der 1990er Jahre schon wird dort vor allem von den Bürgern kräftig investiert - rund 24 Millionen Euro in zwölf Jahren. Die Allgäuer setzten vor allem auf Biosgas, mit dem sie allein ihren Ort mit Energie versorgen können. Eine wichtige Komponente ist die Windkraft - und um die ging es vor allem dem Berger Gemeinderat unter Führung von Bürgermeister Rupert Monn.

Wendelin Einsiedler ist die treibende Kraft hinter allen Aktionen in Wildpoldsried - und er ist ein glühender Verfechter der Windkraft. Mehr als zehn Jahre Erfahrung bringt er mit, und er konnte den Bergern gute Tipps geben: Kein Standort ohne Windmessung, mahnte er, sonst steige die Gefahr einer Pleite rasant. In den Wadlhauser Gräben bei Berg soll die Windgeschwindigkeit und dessen Ertrag nach bisherigem Stand errechnet, nicht gemessen werden.

Zu knapp dürfe man nicht kalkulieren, ab 6,0 Meter pro Sekunde seien Windkraftanlagen wirtschaftlich - das erreicht Berg nach den bisherigen Zahlen gerade so. Mehrere schwache Windjahre könnten bei knapper Kalkulation zu Problemen führen, warnte er. 80 Prozent des Potenzials müsse eine Anlage schon nutzen - das ließ manchen mitgereisten Kreisrat die Stirn runzeln. Für einige Orte im Kreis werden deutlich schlechtere Werte prognostiziert.

Abstand und Geräusche dagegen sind im Allgäu kein Problem. 250 Meter von einem Hof entfernt stehen die Windräder dort, von anderen nur 450 Meter entfernt - nicht einmal die Hälfte der Werte im Landkreis Starnberg (1000 Meter Minimum). Zu hören sind die Anlagen kaum, selbst aus direkter Nähe nicht. Allerdings: Im Allgäue stehen 70- bis 100-Meter-Anlagen. Im Landkreis wird über 135 Meter hohe Türme diskutiert.

In Wildpoldsried nicht: Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung standen schon immer hinter der Windkraft; über zwei Großanlagen wurde nicht lange diskutiert, sie werden nächstes Jahr aufgestellt.

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