+
Die Berger Vorrangfläche: In Rot die ursprüngliche Fläche, in gelb die verkleinerte. Eine weitere Verkleinerung lehnen Kreis und Gemeinde ab.

Windkraft: Letzte Hürde für Berg

Berg - Die letzte Hürde ist genommen: Der Starnberger Kreistag hat die Landschaftsschutzgebietsverordnung für das Ostufer des Starnberger Sees geändert. Windkraftanlagen fallen nun nicht mehr unter das Bauverbot. Im Berger Gemeinderat geht es morgen Abend um den Rest.

Ein Teilflächennutzungsplan, wie ihn die Gemeinde Berg und alle anderen Gemeinden im Landkreis Starnberg zur Ausweisung von Vorranggebieten für Windkraftanlagen erarbeiten, kann nicht in Kraft treten, solange andere Rechtsvorschriften dagegensprechen. Landschaftsschutzgebietsverordnungen sind solche Rechtsvorschriften, weswegen der Kreistag Starnberg insgesamt vier ändern muss. Nummer 1 war am Montag jene für den östlichen Teil des Starnberger Sees - jenen Teil, in dem das Berger Konzentrationsgebiet Wadlhauser Gräben liegt.

Zumeist gegen die Stimme von Kreisrat Max Stürzer (CSU) lehnte der Kreistag alle Einwendungen ab und beschloss eine Änderung. Diese sieht keine Herausnahme vor, sondern eine Ausnahme:Windkraftanlagen fallen nun nicht mehr unter das Bauverbot. Dr. Jürgen Busse (Freie Wähler) und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) - beide Juristen - regten eine Umformulierung an. Statt "nicht im Sinne der Verordnung" solle es eine Ausnahme vom Verbot sein. Grund: Die erstere Formulierung sorgt für Verwirrung und das Missverständnis, der Kreis sehe in 200-Meter-Windrädern keinen Eingriff in die Landschaft. Die Formulierung soll nun geprüft und nachträglich eingefügt werden, falls dies nicht das Verfahren stört.

Das nämlich darf nicht verzögert werden. Um einen Windrad-Antrag des Unternehmers Siegfried Genz für einen Standort mitten vorm Alpenpanorama abwenden zu können, braucht die Gemeinde Berg einen gültigen Teilflächennutzungsplan bis Ende Februar. Am Dienstag wird daher der Gemeinderat bei einer Sondersitzung die letzten Beschlüsse fällen; danach geht der Plan zur Regierung von Oberbayern zur Genehmigung. Die Planung ist weiter umstritten.

Im Lauf der nächsten Wochen sollen auch die übrigen drei Schutzgebiete geändert werden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mehr Arbeit fürs Wasserwerk
Nach einer Baustelle vorige Woche muss an der Hanfelder/Ecke Riedeselstraße wieder aufgegraben werden. Der Schaden ist größer als vermutet.
Mehr Arbeit fürs Wasserwerk
Radfahrerin liegt ohne Erinnerung auf der Straße
Eine Starnbergerin ist am Mittwoch in Maising auf der Straße liegend aufgefunden worden. Wie sie dorthin kam, weiß sie nicht.
Radfahrerin liegt ohne Erinnerung auf der Straße
Reifenspuren im frischen Beton
Sachschaden in Höhe von 2500 Euro haben unbekannte Fahrradfahrer angerichtet. Sie sind durch den frisch betonierten Römerbrunnen in Gilching geradelt.
Reifenspuren im frischen Beton
Trümmerfeld von Spezialisten untersucht - Ermittler rätseln nach Großbrand in Manthal
Die Ursache für den Großbrand an Pfingsten im Berger Ortsteil Manthal ist weiter offen, es gibt aber keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung. Die Schadenshöhe …
Trümmerfeld von Spezialisten untersucht - Ermittler rätseln nach Großbrand in Manthal

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.