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Die Reiherente ommt teilweise aus Regionen hinter dem Ural ins Fünfseenland zum Überwintern.

Wasservögel am Starnberger See

Wintergäste aus dem kalten Russland

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Landkreis - Das an Vogelgrippe verendete Tier aus Breitbrunn war keine Seeschwalbe, sondern eine Lachmöwe. Welche Wasservogelarten schlagen zu dieser Jahreszeit überhaupt ihre Quartiere an unseren Seen auf?

Sie kommen aus Russland, Polen, dem Baltikum, Skandinavien oder sogar Sibirien. Wasservögel, die dem Frost in ihren Brutgebieten entfliehen, um an den großen voralpinen Seen Nahrung zu finden und die Energiereserven zu erneuern – für den Flug zurück im Frühjahr. Teilweise legen sie mehr als 4000 Kilometer zurück.

Der Starnberger See hat zentrale Bedeutung für den Vogelzug. Er ist ein international bedeutsames Rast- und Überwinterungsgebiet. Während im Mai kaum 2000 Wasservögel den See bevölkern, sind es in Herbst und Winter zwischen regelmäßig 20 000, in manchen Jahren 25 000, die hier rasten oder überwintern. Am Ammersee sind es rund 15 000, dafür gibt es dort unter anderem wegen der vielen Schilfzonen mehr Arten.

„Wir haben bei unserer Aktion am vergangenen Samstag rund 19 000 Wasservögel rund um den Starnberger See gezählt“, sagt Horst Guckelsberger, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Starnberg im Landesbund für Vogelschutz. Am häufigsten sei im Landkreis das Blässhuhn in diesen Tagen vertreten. Bis auf das weiße Stirnschild, die Blesse, das rote Auge und den weißen Hinterrand der Armflügel ist der 36 bis 42 cm große Schwimmvogel schiefergrau bis schwarz. Seine weite Verbreitung hat das Blässhuhn unter anderem seiner Anspruchslosigkeit zu verdanken. Ein kleiner Tümpel, ein See oder ein langsam fließendes Gewässer genügen als Lebensraum, Hauptsache es gibt eine flache Uferzone.

Ebenfalls zurzeit im Fünfseenland zu Gast ist die Reiherente. Sie weist eine Körperlänge zwischen 40 und 47 Zentimeter auf. Merkmale sind der verhältnismäßig kurze Schnabel und der auffällig runde Kopf. Die Männchen haben am Hinterkopf einen herabhängenden Schopf.

Vor allem während der Wintermonate kann am Starnberger See ein prachtvoller Entenvogel beobachtet werden: Der Kolbenenten-Erpel mit seiner fuchsroten Kopffärbung und dem scharlachroten Schnabel ist im Prachtkleid unverkennbar. Bis Ende der 80er-Jahre überwinterten die westeuropäischen Kolbenenten fast ausschließlich in Frankreich und Spanien, doch seit Anfang der 90er findet man sie auch an mitteleuropäischen Gewässern.

Das Männchen der Tafelente hat einen rotbraunen Kopf mit roten Augen, eine schwarze Brust sowie einen grauen Körper und schwarz gefiederten Steiß. Der schwarze Schnabel zeigt eine breite graublaue Querbinde. Wie bei allen Enten ist auch bei der Tafelente das Weibchen deutlich unscheinbarer gefärbt. Ihren Namen hat die Tafelente, weil sie in früheren Zeiten ein beliebter Speisevogel war.

Und dann gibt es noch eine Besonderheit am Starnberger See: den Prachttaucher. Der Fischfresser kommt aus Skandinavien und zieht den Starnberger See den anderen oberbayerischen Seen vor. „Wir haben bei unserer Zählung 38 Exemplare gesehen. Das ist für diese Zeit fast Rekord“, schwärmt Guckelsberger.

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