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Der historische Gasthof Schauer ist im Dornröschenschlaf. Ein Bürgermodell könnte ihn jetzt wachküssen, wünscht sich die PWG.

Wirtshausretter

Wird der Gasthof Schauer wiederbelebt?

Pöcking - Ein Bürgermodell für den alten Gasthof Schauer in Possenhofen wird wahrscheinlicher. Der Gemeinderat soll sich demnächst mit diesem Projekt befassen. Die PWG treibt das Thema voran.

Die „Wirtshausretter“ waren mit wahrer Leidenschaft bei der Sache. 145 Bürger aus Altenau, einem Ortsteil von Saulgrub (Kreis Garmisch-Partenkirchen), haben einen über Jahre nicht mehr genutzten Gasthof in rund 20 000 Arbeitsstunden auf Vordermann gebracht. Und das ohne jede Bezahlung. Ein Vorbild für das seit Jahrzehnten leer stehende Gasthaus Schauer im Pöckinger Ortsteil Possenhofen? Es erscheint nicht ausgeschlossen.

„Ein Dorf wird Wirt“ – so lautet das Rezept, nach dem schon mancherorts Wiederbelebungsversuche für alte Wirtshäuser unternommen worden sind. Eine Genossenschaft unter Beteiligung der Bürger schwebt Vizebürgermeister Albert Luppart vor. Er will demnächst im Gemeinderat einen entsprechenden Antrag stellen, kündigte er am Montag auf einer Versammlung der Parteilosen Wählergruppe (PWG) an, deren Vorsitzender er ist.

Ein Rahmenplan für eine Aufwertung des gesamten Umfeldes ist bereits in die Wege geleitet worden. Für die Neueröffnung einer Gastronomie gibt es in Possenhofen viele Befürworter, die Nutzung ist aber umstritten. Der Bogen spannt sich von einem gehobenen Restaurant über ein Café bis zu einem Wirtshaus mit Biergarten, gegen das es wegen zu erwartenden Lärms Vorbehalte gibt.

„Ich kann Possenhofen nur gratulieren“, sagte Frank-Ulrich John, der Sprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststätten-Verbands, gestern auf Anfrage zu den Plänen mit Bürgerbeteiligung. Allerdings seien faire Bedingungen wichtig, andernfalls könne für die bestehende Gastronomie am Ort allzu große Konkurrenz – vielleicht gar mit Unterstützung der Gemeinde – entstehen.

Verständnis für solche Probleme klang bei der PWG bereits durch. So erwähnte Bürgermeister Rainer Schnitzler in Hinblick auf das geplante Haus der Bürger und Vereine ausdrücklich den Verzicht auf eine Gastronomie in dem Projekt: Die Nutzer sollen örtliche Gasthäuser aufsuchen. Schnitzler hofft mit diesem Vorhaben schnell vorankommen zu können, ebenso mit dem vorgesehenen Gewerbegebiet beim Schmalzhof, dessen Bebauungsplan nach seinen Worten bereits im Januar als Satzung beschlossen werden soll. Für die Kritik aus der Stadt Starnberg am 1,7 Hektar großen Gewerbegebiet gibt es bei der PWG wenig Verständnis – schon wegen des weit größeren geplanten Gewerbegebies der Starnberger selbst. Dass die Kreisstadt nicht rechtlich gegen die Pöckinger Pläne vorgehen will, wertete Schnitzler umso mehr als „gut für die Zusammenarbeit“.

Lorenz Goslich

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