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Die Bürgermeisterin und die Siegerentwürfe: Christel Muggenthal mit den Architekturstudenten Thomas Holzer (erster Platz) und Maximilian Pfaffinger (zweiter Platz) sowie Seminarleiter Professor Frederik Künzel (v. l.)

Wörthsee

Wie wird der neue Kiosk am Wörthsee?

Die Planungen für einen neuen Kiosk am Wörthsee-Ufer gehen voran. Im Rathaus präsentiert die Gemeinde derzeit die Entwürfe von Münchner Architekturstudenten.

Steinebach – Auf einen Kiosk in der Seestraße/Ecke Maistraße wollen die Menschen in Wörthsee nicht mehr verzichten. Im März zog sich zwar der langjährige Betreiber zurück, das Gesundheitsamt forderte den Abriss der Holzhütte, und vorübergehend verkaufte Fisch-Mato in einem mobilen Verkaufsstand seine Fischsemmeln – langfristig soll auf dem Gemeindegrundstück aber wieder ein festes Bauwerk stehen. Eine Aufgabe, die der Gemeinderat unter dem Arbeitstitel „Lakeside-Wörthsee“ 20 Architekturstudenten der Fachhochschule München übertrug, die im Rahmen eines Ideenwettbewerbs mögliche Kioskgebäude entwarfen.

Knapp vier Monate lang brüteten die Studenten über möglichen Lösungen, die besten drei wurden am Freitagabend prämiert. Insgesamt zwölf Pläne und Modelle sind die ganze Woche über zur Ansicht im Rathaus im wahrsten Sinn auf den Sockel gestellt. Die Entwürfe reichen von hochmodern bis konservativ, begeisterten viele anwesende Besucher – und riefen besorgte Anlieger auf den Plan.

„Wissen Sie, dass wir in einem Sumpfgebiet leben?“, wollte ein Herr von Seminarleiter Professor Frederik Künzel wissen. Er befürchtete durch die zusätzliche Verdichtung überflutete Keller. „Das ist uns bewusst. Die Entwürfe müssen die Stärke besitzen, auf alle Begebenheiten einzugehen“, entgegnete Künzel. Einen Zwischenruf erntete der Professor, als er von der Vielseitigkeit des Gebäudes an dem öffentlichen Ort schwärmte und gar kulturelle Happenings darin sah. Auf das „Eher nicht, das liegt mitten im Wohnbereich“ reagierte Bürgermeisterin Christel Muggenthal mit der Aussage, dass dort keine Partymeile geplant sei.

Die Aufgabenstellung überließ Standort und Nutzung der Fantasie der angehenden Architekten. Toiletten im Gebäude waren nicht zwingend, denn das öffentliche WC beim Parkplatz bleibt bestehen. Das nutzte manch einer, um einen Kiosk direkt aufs Wasser zu setzen. Etwa der Drittplatzierte Richard Wilhelm (24), der das Gebäude pfahlbaumäßig und mit abgewinkeltem Badebereich auf einem Steg platzierte.

Favorit war dagegen eine am Ufer in die Böschung integrierte Holzkonstruktion mit einer Aussichtsplattform auf dem Dach. „Damit der Blick zum See nicht beeinträchtigt wird“, erklärte Preisträger Thomas Holzer (29). Die Jury, bestehend aus fünf Gemeinderäten und zwei Architekten, bevorzugte ganz offensichtlich den Standort direkt am See, den auch der Zweitplatzierte Maximilian Pfaffinger favorisierte. Stilistisch ähnelt die Kubatur des 25-Jährigen den umliegenden Badehütten, innen schaffte er geschickt Platz für den Verkaufsbereich, ein Lager und Sitzgelegenheiten mit Seeblick.

Wie es jetzt weitergeht? Zunächst sind die Wörthseer Bürger gefragt. Diese Woche können sie sich die Entwürfe während der Öffnungszeiten im Rathaus anschauen – und Zettel mit ihrem Favoriten in eine aufgestellte Urne werfen. Dann ist der Gemeinderat am Zug. „Der Entwurf muss nicht eins zu eins umgesetzt werden“, erklärt Bürgermeisterin Muggenthal. Nächstes Jahr soll der neue Kiosk stehen.    mk

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