Das neue Gilchinger Rathaus: Im Sommer will die Verwaltung einziehen.

Neues Rathaus Gilching

Wird's jetzt doch Stuhl Oxford?

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Gilching - Im Streit um die teuren Stühle für das neue Gilchinger Rathaus hat das Gericht das letzte Wort. Ein Urteil der Vergabekammer Südbayern gibt's im Februar.

Im Gilchinger Stühle-Streit ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Wie berichtet, beinhaltete die Ausschreibung im Mobiliar-Paket für das neue Rathaus Stühle für den Sitzungssaal, deren Preis die Gemeinderäte ordentlich mit den Ohren schlackern ließ. 2500 Euro sollten für das Modell Oxford Fritz Hansen der Firma designfunkion bezahlt werden - pro Stück. Eine äußerst noble Sitzgelegenheit. In der Artikelbeschreibung ist zu lesen, dass der Stuhl ursprünglich für die Lehrkräfte des St. Catherine’s College in Oxford gedacht und bereits 1963 entworfen worden war. Im Lauf der Zeit entwickelte sich der Stuhl natürlich weiter - wie sein Preis.

Ob Gilchings Räte im neuen Sitzungssaal auf Oxford Platz nehmen werden, ist noch nicht entschieden. „Das haut dem Fass den Boden aus“, hatte Matthias Vilsmayer (Freie Wähler) kritisiert. Im Ratsgremium wurde der Verdacht laut, die Ausschreibung sei so abgefasst, dass exakt nur ein Anbieter in Frage kommt. Damals, noch vor Weihnachten, war extra eine Sondersitzung einberufen worden. Überregional und im Radio wurde über die Gilchinger Luxus-Stühle berichtet. Die Kritik: In Zeiten knapper Kassen, in denen bei Kinderbetreuung und Vereinszuschüssen gespart wird, könne sich eine klamme Gemeinde nicht so teure Stühle leisten. Man beschloss, ganz neu auszuschreiben. Dagegen wehrt sich die anbietende Firma aus München, weswegen nun die Vergabekammer Südbayern das letzte Wort hat. Ein Urteil wird für Februar erwartet.

Walter glaubt nicht, dass der Entschluss des Gemeinderates, die Ausschreibung aufzuheben, rechtens war. „Im besten Fall entscheidet das Gericht, dass wir die teuren Stühle bestellen müssen, im schlechtesten, dass wir andere, billigere Stühle nehmen dürfen, dann aber der erste Anbieter Schadenersatz verlangt.“ In diesem Fall könne es passieren, dass Gilching günstigere Stühle bekommt, aber mehr bezahlen muss.

Der Bürgermeister teilt zwar die Ansicht, dass die Causa Oxford „unglücklich“ gelaufen ist, weist aber auf eine Entscheidung des Gemeinderates hin. Demnach sprach sich das Gremium für eine Besuchertribüne im Sitzungssaal aus. „So ist der Platz für den Sitzungstisch und die Stühle geringer“, erklärt Walter. Und so habe sich die Auswahl an Stühlen verkleinert. Auch Walter hält den Preis von 2500 Euro für zu hoch, relativiert die Summe aber. „Der Neubau des Rathauses beläuft sich auf 17,5 Millionen Euro. Da jetzt auf diesem letzten ausgeschriebenen Posten herumzureiten, zieht das ganze Projekt unnötig in Misskredit.“ Zumal: Beim Gesamtprojekt liege man unter dem geplanten Kostenrahmen und im Zeitplan.

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