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"Gauting hat ein Einnahmeproblem"

Seit 100 Tagen ist der Gautinger Wirtschaftsförderer im Amt. Im Gespräch mit unserer Zeitung zieht Dr. Fabian Kühnel-Widmann ein erstes Resumee.

Der 38-jährige Ökonom Dr. Fabian Kühnel-Widmann hat seinen Schreibtisch im Bauamt des Gautinger Rathauses gegenüber der neuen Regionalmanagerin Katharina Reichel (siehe unten). Denn die drei Abteilungen sind eng verzahnt: Kühnel-Widmann treibt auch die Entwicklung des geplanten Gautinger Öko-Gewerbegebietes am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen mit voran. „Gauting hat ein Einnahmeproblem“, zieht Kühnel-Widmann Zwischenbilanz. Deshalb kümmert sich der Standortförderer sowohl ums bestehende Gewerbe als auch ums künftige.

In einem Planumgriff von insgesamt 65 Hektar beim Sonderflughafen Oberpfaffenhofen will die Gemeinde auf einem Drittel ein ökologisches Gewerbegebiet entwickeln. Doch im Vorfeld sei noch viel zu klären. Zum Beispiel die interkommunale Erschließung, Gewässerschutz, Bannwald mit Naherholungsgebiet und Ausgleichsflächen, aber auch Eigentums-Verhältnisse. Das künftige Gautinger Gewerbegebiet auf Unterbrunner Flur bei Gilching Süd „soll gesund in Etappen wachsen“, entsprechend der Nachfrage, sagt der Standortförderer weiter. Wenn Mitarbeiterinnen mit Familien beschäftigt werden, müsse auch ein Kindergarten eingeplant werden. Noch ganz offen sei, wann sich dort die ersten Unternehmen ansiedeln können. Schneller wäre das Medizin- und Pharma-affine zweite Gewerbegebiet zwischen Gauting und Unterbrunn zu entwickeln, ist Kühnel-Widmann überzeugt. Weil auch die Asklepios-Kliniken nebenan erweitern und ein neues Personalwohnhaus planen (wir berichteten), sei die Gelegenheit gerade günstig. „Es ist mir wichtig, Gewerbe, das schon da ist, auch zu halten.“ Ein Meilenstein sei die laufende Bau-Entwicklung von Webasto am Hauptsitz Stockdorf.

 „Manche kannten mich schon von Pressefotos“, erzählt der Citymanager von ersten Besuchen bei Einzelhändlern am Ort: In der gut funktionierenden Pizzeria „Carmine“ am Hauptplatz „wurde ich schon herzlich begrüßt“. In sehr engem Austausch ist Kühnel-Widmann auch mit den beiden örtlichen Gewerbeverbänden wie dem Ehepaar Ruhbaum von „Zusammen für Gauting“ (ZfG). „Der Gautinger Einzelhandel wird funktionieren“, ist der Wirtschaftsförderer zuversichtlich. Denn es gebe viel Kaufkraft am Ort. Über das bezuschusste ISEK (Integrative städtebauliche Entwicklungskonzept) entwickle die Gemeinde auf dem noch heuer zu vermarktenden alten Grundschulgelände beim Bahnhof zudem attraktiven Einzelhandel „mit dem richtigen Sortiment.“ Die Gewerbetreibenden am Ort seien „sehr froh“, dass es im Rathaus „mehr Dynamik“ gibt.

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