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Begleiter an der virtuellen Strecke: Gautinger Gymnasiasten und die beiden TUM-Kollegiaten Jakob Rüchardt (4.v.r.) und Raphael Groß (3.v.r.).

TUM-Kolleg in Gauting

Zusammenarbeit mit Uni trägt Früchte

Gauting - Pionier war 2009 das Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting. Heute hat die Kooperation mit der Technischen Universität Münchn, genannt TUM-Kolleg, Schule gemacht. 

Beim Gautinger Wissenschaftstag war neben den 15 Gautinger Kollegiaten auch das gesamte neue TUM-Kollegium des Gymnasiums Garching mit von der Partie, freute sich Direktorin Sylke Wischnevsky. 

Mit seinem Werdegang lockte Jakob Rüchardt die nächste Schüler-Generation: Der Gautinger Kollegiat war im Rahmen seines Auslandspraktikums am Werkstandort von BMW Mini im altehrwürdigen britischen Universitäts-Standort Oxford - gemeinsam mit Daniel Thugut.  „Wir erledigten nicht die Schülerjobs“, erzählt Thugut und berichtet, dass er und sein Gautinger Kollege die Roboter bei der Auto-Produktion gefilmt hätten. „Wann der Roboter schweißt, wann er es sich bewegt – und wann er steht“, erläutert Rüchardt. Ergebnis der Studie: Nach genauer Datenerfassung wussten die beiden zukünftigen Gautinger Maschinenbaustudenten, wie der Roboter effektiver eingesetzt wird, ohne Stillstand. Die Produktionsstation wurde danach neu programmiert – „mit Verbesserung im zweistelligen Prozentbereich“, sagt Rüchardt. 

Beifall brandete durch die kleine Schul-Aula – auch für Hans-Joachim Stumpf. Der frisch pensionierte Vize-Direktor und Alumni-Betreuer hatte das Oxford-Praktikum nämlich vermittelt. In Workshops brieften die insgesamt 15 TUM-Kollegiaten die Nachfolge-Generation. Raphael Groß und Rüchardt präsentierten „Ergonomie im Auto“. Zehntklässler hatten die Chance, am Computer eine virtuelle Strecke abzufahren. Nach einem Signal wurde die Reaktionsgeschwindigkeit der Rennfahrer auf eine Anzeige im Head-Up-Display gemessen. 

Turnerin und TUM-Kollegiatin Julia Petersen hatte wiederum „Gleichgewicht und Angst auf dem Schwebebalken“ untersucht. In ihrem Workshop maß sie einer Zehntklässlerin mit Sensoren die Pulsfrequenz – auf einem niedrigen und einem höheren Schwebebalken. Wenn die Probandin auf Zehenspitzen rückwärts in hoch oben balancieren müsse, steige die Angst, prophezeiten die jüngeren Gymnasiastinnen im Publikum richtig. 

Mit dem Wissenschaftstag „brechen wir die Forschung an der Universität runter für die Zehntklässler“, erläutert Projektbetreuerin Dr. Magdalena Kaden. Nebeneffekt: „Wir begeistern auch die Mädchen für Natur und Technik.“ Auch Thugut schuf eine erfolgreiche Verbindung zu seinem „Hobby“. Der 17-jährige Gautinger Feuerwehrmann hatte über „Leichtbau mit Anwendung in der Projektentwicklung“ geforscht. Weil herkömmliche Helme mit schwerer Taschenlampe in den Nacken drückten, erläutert der Jung-Wissenschaftler, habe er drei Ausführungen einer Helmlampe entwickelt – mit Top-Ergebnis: Am TU-Lehrstuhl für Ergonomie werden diese Ausführungen des jungen Gautingers nun zum Patent angemeldet.

Christine Cless-Wesle

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