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Ärger über Spurrillen und Beschilderung

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Von: Hanna von Prittwitz

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In Wörthsee wächst das Glasfasernetz.
In der Gemeinde Wörthsee wächst das Glasfasernetz. Ein Ende der Arbeiten ist in Sicht. © Carsten Rehder

Gefühlt ist die ganze Gemeinde Wörthsee derzeit eine Baustelle. Denn es wird nicht nur beim Kirchenwirt in Steinebach gearbeitet. Die Deutsche Glasfaser Holding verlegt in der gesamten Gemeinde ihre Leitungen. Das strapaziert die Gemüter zusätzlich.

Wörthsee - Die Arbeitsweise des Unternehmens war auch Diskussionsthema in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Gerald Grobbel (Grüne) sprach die Situation in der Sitzung an. An der Etterschlager Straße beispielsweise müssten die Fußgänger auf die Straße ausweichen. „Das ist für Jüngere kein Problem, für Ältere aber schon“. Insgesamt würden die Fußgänger stiefmütterlich behandelt, „die Gehwege sollten benutzbar bleiben“. Die tiefen Spurrillen und scharfen Kanten auf den Straßen seien für Radler besonders unangenehm, vor allem im Dunkeln. Auch Thomas Bernhard (FW) war das aufgefallen. „Sie können es nicht anders machen, aber es ist gefährlich.“

Josef Kraus (CSU), der als Aufbauleiter der Netzinfrastruktur bei der Deutschen Telekom AG tätig ist, ärgerte sich. „Der Telekom würde man das nicht durchgehen lassen.“ Bei den tiefen Spurrillen nahe Edeka stünden zwar Baken. „Die stehen oftmals aber falsch oder leuchten nicht.“ Und es gebe keine Hinweise für die Fußgänger. Robert Wihan (FW) bezeichnete die Arbeitsweise als „ziemlich rustikal“.

Bürgermeisterin Christel Muggenthal berichtete von Kontrollgängen mit dem Unternehmen. „Da konnten wir einiges klären“, sagte sie. Zeitweise wäre es dann besser gewesen. Sie sei positiv erstaunt, wie schnell die Arbeiten vorankämen, „die stehen sehr unter Zeitdruck“. Die Spurrillen allerdings seien gefährlich. „Aber wenn sie mit Platten abgedeckt werden, hagelt es Beschwerden der Anwohner wegen des Lärms.“ Ein positives Beispiel konnte dazu Grobbel nennen: „In Regensburg wurden Gummimatten darüber gelegt.“ Auch alte Teppiche würden die Kanten mildern – und dabei keinen Lärm verursachen.

Laut Muggenthal versuche die Gemeinde immer wieder, die Deutsche Glasfaser zu erreichen. „Sie antworten auf unsere E-Mails und es heißt, sie kümmern sich. Dann verschlechtert es sich wieder.“ Nun lägen einige Hausanschlüsse offen, auch an der Etterschlager Straße. „Das geht so nicht“, findet die Bürgermeisterin, weshalb sie nun eine Mail an das Staatliche Bauamt Weilheim geschrieben hat. „Es kann dem Bauamt nicht Recht sein, dass die Leute auf der Straße laufen.“

Offen ist nun auch die Frage, wie es an der Seestraße bis zum Wochenende auf den Gehwegen aussieht: „Bis zum Augustiner am Wörthsee und vor der Pension am See haben Bauarbeiter gerade alles aufgerissen. Da bin ich gespannt, ob wir bei unserer Veranstaltung ,Wörthsee zeigt sich’ da alle drüber klettern müssen“, sagte Muggenthal.

Dominik Beyer, Pressesprecher der Deutschen Glasfaser, nahm auf Anfrage des Starnberger Merkur gestern Kontakt zum Bauleiter auf. „Ihm liegt eine Liste mit Mängeln vor, die er abgearbeitet hat“, sagte Beyer. Er werde jedoch nochmals alles kontrollieren. Der Bauleiter habe ihm versichert, es handele sich grundsätzlich um ein sehr harmonisches Projekt. Und nicht an allen Ecken sei die Deutsche Glasfaser aktiv, sondern es würden auch von anderen Unternehmen beispielsweise Gasleitungen verlegt. So oder so ist aber Entspannung in Sicht: „Die Grabungsarbeiten sind Ende nächster Woche beendet“, sagte Beyer.  

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