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Besitzer Dr. Harald Lossau vor seinem Alten Wirt in Etterschlag. Die Diskussionen dauern an. 

Ortsentwicklung in Etterschlag

Schwere Frage Stellplatzfrage

Die Diskussionen über die Zukunft des Alten Wirts in Etterschlag dauern an. Nun hat die Bürgermeisterin eine Veränderungssperre erlassen. 

Etterschlag – Das Tauziehen zwischen dem Wörthseer Gemeinderat und dem Eigentümer des Alten Wirts in Etterschlag um ein Konzept für Nutzung und Ausbau ging am Montagabend in die nächste Runde. Architekt Benedikt Sunder-Plassmann stellte dem Bauausschuss ein Konzept für das rund 3300 Quadratmeter große Areal rund um die Traditions-Wirtschaft vor. Einen Beschluss fasste das Gremium nicht.

Entscheidendes Problem bei dem Projekt: die Stellplatzfrage. „Wir wollen keine Blechlandschaft im Dorfzentrum beim Maibaum“, erklärte Bürgermeisterin Christel Muggenthal gestern auf Nachfrage. Der Maibaum soll nach Willen des Eigentümers Dr. Harald Lossau, der zugleich Gemeinderat (FW) ist, ebenso wie Biergarten und Wirtschaft erhalten bleiben. Außerdem plant Lossau den Bau von Sozialwohnungen. Ganz im Sinne der Räte – und doch wurde in den Wortbeiträgen wiederholt die Forderung nach einer Tiefgarage laut. „Wenn Sie eine Tiefgarage fordern, werden Sozialwohnungen nicht möglich sein“, konterte der Architekt.

Zuvor hatte er Pläne präsentiert, nach denen die Kreisstraße unter anderem verschwenkt, verengt und auf Tempo 30 reduziert ist. Schwierig durchzusetzen, befand Wörthsees Bauamtsleiter Uwe Kreißelmeier. Möglich seien etwa 40 Parkplätze auf dem Grundstück, davon 17 an der Nordseite für die Wohnungen, so Sunder-Plassmann. Mit den Ausweichplätzen auf dem nahegelegenen Firmengelände des Eigentümers inklusive den Ausweichplätzen südlich der Autobahn kam er auf knapp 100 Plätze.

Dass das etwa 350 Meter entfernte Ausweichareal genutzt wird, bezweifelte allerdings nicht nur die Rathauschefin. Das ist auch einer der Gründe dafür, warum sie am 24. Mai in einer Eilentscheidung die Aufstellung eines Bebauungsplanes und eine Veränderungssperre veranlasste. Die Forderungen darin: eben jene Tiefgarage für die Wohnungen und ein Dach ohne Gauben und Fenster. Zugegebenermaßen harte Bedingungen, gestand die Bürgermeisterin, aber notwendig, um die Veränderungssperre durchzusetzen. Lossau fühlt sich benachteiligt: „Ohne Fenster im Dach kann ich keinen Wohnraum schaffen. Aber für den gemeindeeigenen Kirchenwirt in Steinebach ist genau das vorgesehen.“

Eine Tiefgarage sei nicht finanzierbar, sagte Lossau und verwies auf die wenigen Parkplätze beim Augustiner am See in Steinebach. „Die Verwaltung ist dabei, dort mehr Stellplätze auszuweisen“, konterte Muggenthal. Und der Kirchenwirt bekomme eine Tiefgarage. Überhaupt habe die Verwaltung im Hinblick auf den Alten Wirt gar keine Parkplatzzahl genannt. „Die kamen vom Planer.“

Trotz aller Diskussion sieht die Bürgermeisterin die Planung „auf einem guten Weg“. Bis zur nächsten Diskussionsrunde sollen die Stellplatzzahlen errechnet und die Anregungen des Architekturbüros aufgenommen werden. Lossau hingegen blieb gestern skeptisch, zumal weiter Zeit ins Land geht: „Das ist schon bitter, da ich mich doch eigentlich zusammen mit der Gemeinde für die Erhaltung und die Wiederbelebung des Ortszentrums Etterschlag einsetzen will.“

mk

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