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Ein Hoch auf die neue Wirtschaft: Tobias (10), Werner Mayer, Felix (5), Norbert Brüggen (Brauerei), Max Hippius, Martin Hippius (Wirte) und Dr. Martin Leibhardt (v.l.). 

Gastronomie

Erinnerungen im neuen „Fleischmann“

Steinebach - Mit Blasmusik und jeder Menge geladener Gästen hat die Geschäftsführung der Augustiner-Brauerei die Eröffnung ihrer neuen Wirtschaft in Steinebach gefeiert. Es war auch ein Abend der Erinnerungen.

von Hanna von Prittwitz

Er bleibt unvergessen: Der verstorbene Geschäftsführer der Augustiner-Brauerei, Dr. Jannik Inselkammer, hatte einst mit Wörthsees Altbürgermeister Peter Flach quasi per Handschlag die Dinge rund um Neubau und die Pacht des „Augustiner“ geregelt. Auch Alois Fleischmanns wurde bei der Eröffnung der neuen Wirtschaft gedacht, der einst dafür gesorgt hatte, dass die wilden 20er gefühlt vor allem im kleinen Steinebach stattfanden.

Im holzgetäfelten Festsaal der neuen Wirtschaft erinnern alte Fotos an die Zeiten, in denen es regelrecht empörend war, dass Frauen und Männer sich in ein und dem selben Strandbad amüsierten. In Steinebach kam es einst noch schlimmer. Alois Fleischmann installierte einen Sprungturm, importierte eine Rutsche aus den USA, baute zahlreiche Kabinen – in die einige tolldreiste Männer kleine Gucklöcher bohrten – und ließ schließlich noch Motorradrennen im Ort stattfinden. „Unvorstellbar, was da heute im Rathaus los wäre“, sagte Bürgermeisterin Christel Muggenthal bei der Eröffnungsfeier.

Alois Fleischmann aber war auf der anderen Seite so ein umtriebiger Unternehmer, dass die Brauerei den Namen für den Standort beibehalten will – für die nächsten 99 Jahre mindestens. Diese lange Zeit hat Inselkammer mit Flach ausgehandelt, und Flach ist heute noch beeindruckt von dem hochgewachsenen damaligen Geschäftsführer, „dem ich zu Recht vertraut habe“, wie er am Rande der Eröffnungsfeier nicht ohne Stolz berichtet. Dafür hatte er im Gemeinderat heftige Kämpfe durchfechten müssen.

Ein Teil der Gegner ist auch am Eröffnungsabend da, und die Wirte Max und Martin Hippius freuen sich, dass einige schon zu den Stammgästen gehören. Alles gut also am Wörthsee? Ja, an diesem Abend auf jeden Fall. Augustiner-Geschäftsführer Dr. Martin Leibhardt ist froh, „dass das Wirtshaus wirklich fertig geworden ist an dieser Stelle“. Er hat im Wörthsee schwimmen gelernt und ist Mitglied der Wörthseefischer, die allerdings nicht fischen dürfen im See, weil die Pilsenseefischer bei der Genehmigung einst schneller waren. Sei es drum, als Gäste sind sie im neuen Augustiner natürlich trotzdem gerne gesehen.

Den Wirtsleuten Hippius überreicht Leibhardt gemeinsam mit dem zweiten Geschäftsführer Werner Mayer eine Glocke, die bei jedem neuen Fass zu schlagen ist. Die knapp 200 Gäste lassen sich an diesem Abend neben frischem Bier resche Renke und Saltimbocca aus einer höchst motivierten Küche schmecken, die Geistlichkeit gibt ihren Segen. Vor der Tür beschwert sich ein Steinebacher über die geschlossene Gesellschaft. Seit Freitag gehört die Wirtschaft wieder den Gästen, und zwar nun mit großer Speisekarte und allem drum und dran. Geöffnet ist der neue „Fleischmann“ täglich von 10 bis 23 Uhr.

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