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Ausschreibung für Kirchenwirt gestartet

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Von: Peter Schiebel

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Im Herzen Steinebachs: Der Kirchenwirt gegenüber der St.-Martin-Kirche soll im Jahr 2023 wieder öffnen. Mit dieser Luftaufnahme hat die Gemeinde die Ausschreibung des Wirtshauses bebildert.
Im Herzen Steinebachs: Der Kirchenwirt gegenüber der St.-Martin-Kirche soll im Jahr 2023 wieder öffnen. Mit dieser Luftaufnahme hat die Gemeinde die Ausschreibung des Wirtshauses bebildert. © Hans Belle

Die Gemeinde Wörthsee sucht ab sofort ganz offiziell einen Pächter für den Kirchenwirt im Herzen Steinebachs. Gestern veröffentlichte die Verwaltung die Unterlagen, Bürgermeisterin Christel Muggenthal will bis spätestens Ende des Jahres einen Wirt, eine Wirtin oder ein Team gefunden haben.

Steinebach – Das hört sich nach einer Chance an, die es für Gastronomen in der Form nicht häufig gibt: Noch während der Bauphase können sie ihre Vorstellungen für den Gastrobereich einbringen, können über Küche und dergleichen mitentscheiden. Die Gemeinde Wörthsee bietet das den neuen Pächtern des Kirchenwirts an.

Allerdings ist nichts ohne Gegenleistung: Um den Zuschlag für das Traditionshaus im Herzen Steinebachs zu bekommen, erwartet der Gemeinderat „ein überzeugendes Gesamtkonzept, das die bestehenden Angebote ergänzt und die Kulinarik erweitert“. So heißt es in den vierseitigen Ausschreibungsunterlagen, die die Gemeinde gestern auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat. Und weiter: „Ein Konkurrenzangebot zu bestehenden Betrieben ist nicht gewollt. Der Kirchenwirt soll vielmehr mit einem eigenständigen Gastronomiekonzept hervorstechen und eine eigene Identität aufweisen, die dem Lebensgefühl seiner Gäste entspricht.“

Ob letzten Endes bayerisch, italienisch, kroatisch oder ganz anders gekocht wird, ist Bürgermeisterin Christel Muggenthal nicht so wichtig, wie sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur sagt. Auch die Ausrichtung des künftigen Betriebs lässt die Gemeinde bislang bewusst offen. „Die Spannweite geht vom Pub bis zum Speiselokal“, sagt sie. „Uns geht es um kreative Ideen, was Bewirtung und Küche anbelangt.“ Und darum, dass Profis gefunden werden. „Wir wollen ja nicht jedes Jahr einen neuen Pächter suchen müssen“, sagt Muggenthal. Besonderer Wert wird auf ein regional zugeschnittenes gastronomisches Konzept gelegt.

Wie berichtet, hat die Gemeinde das mehr als hundert Jahre alte, ehemalige Gasthaus Raabe entkernen lassen. Es wird derzeit von Grund auf saniert und um einen Kultursaal mit 100 Quadratmetern plus Foyer erweitert. Darüber hinaus entstehen auf dem Areal ein öffentlicher Platz sowie 18 Wohnungen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2023 geplant. Dem Wirtshaus kommt bei der Belebung des Bereiches zentrale Bedeutung zu.

Deswegen wünscht sich die Gemeinde am liebsten tägliche Öffnungszeiten, laut Unterlagen ist maximal ein Ruhetag vorstellbar. Ausdrücklich erwünscht sind demnach neben Nachmittags- und Abendbetrieb auch Frühstücksangebote und Kaffeebetrieb. Das Angebot soll sich an Gäste jeden Alters, an Einheimische wie auch an Tagestouristen richten. Gastroküche, Barbereich und Möblierung sollen die Pächter auf eigene Kosten beschaffen und installieren, als Pacht stellt sich die Gemeinde einen Sockelbetrag von 2500 Euro zuzüglich Umsatzpacht vor.

Bewerber haben jetzt bis einschließlich 15. Oktober Zeit, ihre Unterlagen bei der Gemeinde einzureichen. Anschließend sichtet ein Arbeitskreis die Bewerbungen und bewertet sie anhand eines Punktesystems. Dabei spielt natürlich das Nutzungs- und Gastrokonzept eine Rolle, aber auch einschlägig prüffähige Referenzen.

Dem Arbeitskreis gehören neben Christel Muggenthal die Gemeinderäte Thomas Bernhard (Freie Wähler), Jakob Aumiller (CSU), Dirk Bödicker (WörthseeAktiv) und Florian Tyroller (Grüne) an. Die Entscheidung trifft letzten Endes aber der gesamte Gemeinderat. Einen festen Zeitplan gibt es nicht. Auf die lange Bank schieben will die Bürgermeisterin eine Entscheidung aber nicht. „Vielleicht fassen wir den Beschluss schon im November“, sagt Muggenthal.

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