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Erweiterung in Steinebach gewünscht: Die Wasserwacht Wörthsee möchte ihre Station ausbauen. Das wäre auch ein wichtiges Zeichen für die vielen jugendlichen Ehrenamtlichen, sagt der technische Leiter Manuel Bolkart.

Bauausschuss

Wünsch-dir-was der Wasserwacht

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Die Wasserwacht Wörthsee muss ihre maroden Stationen renovieren und ausbauen. Als die Ehrenamtlichen ihre Wünsche vorstellen, wird klar: Es handelt sich um ein Mammut-Projekt.

Wörthsee – Schock, Unterkühlung, Atemnot – wenn Menschen auf zugefrorenen Seen einbrechen, reagiert der Körper sofort. Es geht um Leben und Tod. Für die Retter heißt das: Sie müssen in wenigen Minuten beim Opfer sein. Auch das spielt eine Rolle in den derzeitigen Überlegungen der Wasserwacht Wörthsee. Für die Ehrenamtlichen stellt sich die Frage, wo sie künftig ihre Hauptstation sehen.

Vorsitzender: Oberndorf bringt Zeitverzug

„Aus einsatztaktischen Gründen ist die Stelle in Steinebach die beste“, erklärte Vorsitzender Christoph Aumiller im Bauausschuss. Dort steht bislang die Hauptstation – die wird den Ansprüchen aber nicht mehr gerecht. Also überlegen die Retter, ob auch andere Standorte für einen Neubau infrage kommen. Birkenweg? Rossschwemme? Dort wäre die Anfahrt für Rettungswagen schwer, sagt Aumiller. „Nur die Maistraße wäre noch eine gute Alternative.“ Die zweite Station der Wasserwacht steht beim Erholungsgebiet Oberndorf, ist aber vorerst keine Lösung des Problems. „Die Hütte ist morsch. Ab Sommer dürfen wir sie nicht mehr betreten“, sagt Aumiller.

Außerdem würden die Retter eben jene wichtige Minuten verlieren, wenn in Oberndorf die neue Zentrale wäre. „Unsere Einsatzkräfte wohnen in Steinebach“, sagt Aumiller. „Wenn die zuerst nach Oberndorf fahren, kann ich zehn, 15 Minuten drauf rechnen.“ Daher soll auf dem Badegelände in Oberndorf – zuständig ist der Erholungsflächenverein – bis 2019 eine neue Station entstehen, die Zentrale aber in Steinebach bleiben.

Gespräche mit Grundstücksnachbarn laufen

Auch dort gibt es Einiges zu tun. Die Bausubstanz ist schlecht, die Beheizung kaum möglich, ein zweites Rettungsboot ließe sich nicht unterbringen. Also präsentierte Aumiller das „Wünsch-dir -was“ seiner Wasserwacht für den Standort Steinebach. Die Grundprobleme müssen gelöst werden, wie Aumiller deutlich machte: „Wir sind die Wasserwacht. Unsere Klamotten werden nass, trocknen dann aber nicht.“ Die Beheizbarkeit sei das Hauptproblem. 

Ein zweites Rettungsboot wäre da schon eher Wunschdenken, wie Aumiller durchblicken ließ. Das neue Gebäude soll 26 statt 18 Meter lang und 6,60 statt 5,60 Meter breit sein. Wo es stehen kann, ist noch unklar. „Wir müssen zwingend rechts oder links an die Grundstücksgrenze ran“, sagte der Vorsitzende. Dafür ist die Wasserwacht aber auf das Wohlwollen der Nachbarn angewiesen – die Gespräche laufen.

Kostenschätzung: 350 000 bis 400 000 Euro

Im neuen Gebäude hätte die Wasserwacht eine Bootshalle, sanitäre Anlagen, ein Lager sowie einen Wachraum, optimalerweise mit Blick auf den Wörthsee. Der Raum könnte auch für die Jugendlichen genutzt werden, die zurzeit im evangelischen Gemeindehaus unterkommen müssen. Von den 80 Ehrenamtlichen sind etwa 50 Jugendliche. „Es ist normal sehr schwer, Jugendliche dafür zu begeistern“, sagt der technische Leiter Manuel Bolkart. Bessere Bedingungen zu schaffen sieht er auch als positives Zeichen für die Nachwuchskräfte.

„Wir halten sicher noch ein, zwei, drei Jahre durch“, sagte Aumiller. „Aber mittelfristig muss eine Lösung her.“ Die Kosten für die Arbeiten schätzt die Wasserwacht auf 350 000 bis 400 000 Euro. Aus Eigenmitteln und Spenden könne man 150 000 Euro selbst stemmen. Für den Rest müsste die Gemeinde aufkommen. Standort, Bau, Finanzierung – noch ist alles unsicher. Aber ihr Wünsch-dir-was hat die Wasserwacht Wörthsee schon mal vorgelegt.

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