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Baubeginn an der Kuckuckstraße

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Von: Hanna von Prittwitz

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Das Gelände aus der Luft: Ab Montag sind hier die Bagger unterwegs.
Das Gelände aus der Luft: Ab Montag sind hier die Bagger unterwegs. © Quest baukultur gmbh

An der Kuckuckstraße in Steinebach rollen ab Montag die Bagger: Die Quest Baukultur GmbH beginnt auf der brachliegenden Fläche mit dem Bau eines Supermarkts samt Mietwohnungen. Für die Appartements liegen bereits erste Anfragen vor.

Steinebach – An diesem Freitag war es noch recht ruhig an der Kuckuckstraße in Steinebach. In der nächsten Zeit allerdings erwartet die Anwohner rege Bautätigkeit: Am Montag beginnen die Erdarbeiten für den Bau der Tiefgarage für einen Supermarkt und 21 Mietwohnungen. Am Freitag waren Dr. Max von Bredow von der Quest GmbH, die Architekten der Bürogemeinschaft Hermann Kaufmann Architekten und HKS Architekten sowie Bürgermeisterin Christel Muggenthal zum symbolischen Spatenstich vor Ort. Die Fertigstellung ist für Herbst 2023 geplant.

Eigentlich wollten die Verantwortlichen um diese Zeit schon weiter sein, doch es kam anders: In Wörthsee regte sich Widerstand gegen das Projekt, weil ein Teil des Waldes gerodet werden musste. Es gab einen Bürgerentscheid, dieser fiel im März 2021 zugunsten des Vorhabens aus. Erforderliche Rodungen konnten dennoch erst im Herbst 2021 stattfinden.

Nun ist aber alles festgezurrt, große Überraschungen sind nicht mehr zu erwarten. Auch Corona-Verzögerungen hat von Bredow eingeplant, Supermarkt und Wohnungen könnten also auch früher fertig werden – wenn alle Baumaterialien lieferbar sind, wie geplant. Wie berichtet, entsteht der Überbau des Supermarkts in Holzbauweise. An Verkaufsfläche stehen dem Supermarktbetreiber Edeka Südbayern 940 Quadratmeter zur Verfügung. Dass sich der neue Markt an der Kuckuckstraße und der Edeka rund 500 Meter weiter an der Etterschlager Straße Konkurrenz machen, davon geht von Bredow nicht aus, im Gegenteil. In einem Vergabeverfahren werde der neue Edeka an einen Kaufmann oder eine Kauffrau vergeben, die das Sortiment selber bestimmen könnten. „Der Betreiber kann von Landwirten aus der Region Ware beziehen“, sagt von Bredow. „Die beiden Edekas werden unterschiedliche Sortimente anbieten.“ Die Quest GmbH, die sich nicht als Investor oder Bauträger sieht, sondern als „Familienunternehmen und Entwickler von Lebensräumen“ sieht, steckt laut von Bredow einen zweistelligen Millionenbetrag in das Projekt. „Und viel Herzblut“, wie von Bredow am Freitag sagte.

Für die geplanten Mietwohnungen gibt es indessen schon Anfragen. Geplant sind laut  Projektleiterin Sophie Pfaffinger 13 kleiner Wohnungen mit 29 Quadratmetern, der Rest sind zwischen 40 und 63 Quadratmeter große Appartements. Wenn es so weit ist, soll es einen vierwöchigen „Vorvermietungszeitraum“ geben, in dem Wörthseer vorrangig berücksichtigt werden. Keine der 13 kleineren Wohnungen soll mehr als 400 Euro Kaltmiete kosten. Interessenten können sich auf der Internetseite quest-baukultur.de/projekte/woerthsee registrieren lassen.

In Planung ist noch die Energieversorgung. Wie berichtet, soll in unmittelbarer Nähe ein Heizkraftwerk entstehen. „Wir wollen den Supermarkt unbedingt daran anschließen“, bekräftigte von Bredow. Das Waldrestholz für das Kraftwerk werde von regionalen Forstwirten bezogen. „Es ist CO2-neutral und die Wertschöpfung bleibt in der Region.“ Wert legt von Bredow auf enge Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz. „Es gibt wöchentlich ein Jour fixe“, sagte er. Außerdem investiere Quest viel Geld in eine ökologische Baubegleitung. „Wir haben nichts davon, wenn da was übersehen wird.“ Zum Schutz der Bäume wurde ein hoher Holzzaun aufgebaut, eine Plane soll die Amphibien an der Baustelle vorbei leiten.

Nach dem Spatenstich ist vor dem Spatenstich, jedenfalls am Teilsrain in Steinebach: Im Frühjahr 2023 sollen auf dem Nachbargrundstück die Arbeiten für den Bau des genossenschaftlichen Wohnprojekts der Wogeno beginnen. Der Supermarkt-Rohbau sollte dann schon lange stehen.

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