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Jubiläumsfeier

Bauernbühne wird 40 Jahre alt

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Die Bauernbühne feiert mit einer Fotoschau beim Frühschoppen am Sonntag – die Schauspielgruppe blickt auf 80 Premieren zurück.

Steinebach – Die Bauernbühne Wörthsee gehört zur Gemeinde wie der See. Seit 40 Jahren schon erfreut sie ihre Zuschauer mit bayerischen Theaterstücken. An diesem Sonntag, 10. Juni, wird mit Pauken und Trompeten Geburtstag gefeiert.

„Ich stand schon mit vier Jahren auf der Bühne“, sagt Franziska Gäch. Die 19-Jährige hat im vergangenen Jahr Abitur gemacht und kann sich ein Leben ohne die Bauernbühne nicht vorstellen. Auch aus diesem Grund will sie in München Soziale Arbeit studieren – „damit ich hierbleiben kann“. Bruder Maximilian (15) ist natürlich auch dabei, und Mama Barbara Gäch hat 2008 die Vorstandschaft von ihrem Vater Fritz Schöpf übernommen, der einst die Bauernbühne gegründet hat und mit 70 Jahren aber die Leitung abgeben wollte. Nur Papa Wolfgang hält sich zurück. „Aber er kommt natürlich zu den Vorstellungen“, sagt Tochter Franziska. Die Bauernbühne Wörthsee ist also sozusagen ein Familienunternehmen, bei dem aber auch jede Menge Freunde und treue Mitglieder bis heute wirken, insgesamt etwa 40 an der Zahl.

„Dann finden die Zuschauer das ja auch lustig“

Was die Spielstätten angeht, so hat das Ensemble eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich. Erst probten die Schauspieler im damaligen Kirchenwirt, dann im Alten Wirt in Etterschlag, im katholischen Pfarrsaal und schließlich wieder im neuen Augustiner. „Dadurch wurde der Zusammenhalt der Mitglieder aber nur gestärkt“, sagt Barbara Gäch. Bis heute sind sogar noch Gründungsmitglieder wie Klaus Freymann und Uli Wischnewski aktiv.

1978 spielte die Bauernbühne Wörthsee den Dreiakter „Ein guter Einfall“ im Wirtshaus Raabe mit Gründer Fritz Schöpf (links).

Die zahlreichen Umzüge haben die Truppe kein einziges Mal davon abgehalten, jeweils zweimal jährlich, im Herbst und im Frühjahr, mit neuen Stücken Premiere zu feiern. Bis zu zwei Monate an Proben, zweimal wöchentlich, absolviert die Truppe dann. Und in den Spielpausen gibt es noch gemeinsame Wochenenden und Unternehmungen. Bis heute feierte die Bauernbühne an die 80 Premieren.

Richtig schiefgegangen ist dabei nie etwas. Und wenn, „dann finden die Zuschauer das ja auch lustig“, sagt Franziska Gäch und erinnert sich daran, wie Fritz Schöpf einst zu Beginn eines Aktes einen Schlüssel verlegt hatte. Mit dem sollte er eigentlich den auf der Bühne stehenden Schrank aufschließen. Doch der Schlüssel war weg, die ganze Szene hing. „Dann haben wir einfach von vorne angefangen“, sagt die 19-Jährige und lacht.

Frühschoppen am Sonntag im Augustiner

Was Ausfälle und den Ersatz angeht, ist die Bauernbühne gut aufgestellt. Seit Jahren ist Schriftführerin Elisabeth Bayer, die Schwester von Barbara Gäch, die Souffleuse. „Sie kennt alle Texte“, erklärt Franziska Gäch, was auch heißt, dass Elisabeth Bayer bei Bedarf spontan einspringen kann. Das geschieht immer wieder mal, konnte aber immer gelöst werden.

Die Begeisterung der Erwachsenen scheint ansteckend zu sein. Jedenfalls gibt es auch schon seit fast 40 Jahren eine Kindergruppe. Deren jüngstes Mitglied ist fünf Jahre alt. 1993 kam noch die Jugendgruppe hinzu. Beide feiern jährlich jeweils eine Premiere.

Beim Frühschoppen am Sonntag werden wohl alle zusammensitzen. Los geht’s um 10 Uhr im Augustiner am Wörthsee. Für Stimmung sorgt die Blaskapelle Erling-Andechs, es gibt Weißwürste und Brezn. Darüber hinaus sind jede Menge Fotos aus den vergangenen 40 Jahren zu sehen.

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