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In Bestform: Opa Zangerl alias Uli Wischnewski und Haushälterin Irma Kragler, gespielt von Barbara Gäch.

Bauernbühne Wörthsee

Zur Premiere eine Menge Brüller

Die Bauernbühne Wörthsee bringt im ausverkauften Augustiner „Sei doch net so dumm“ auf die Bühne.

Steinebach – Ein Stück wie aus dem richtigen Leben: Opa ist alt, starrsinnig und wäscht sich nicht mehr. Als Tochter und Schwiegertochter ihn ins Heim stecken wollen, macht er nicht mit, den Söhnen ist es irgendwie wurscht, es läuft ja. Jetzt soll es eine Haushaltshilfe richten. Mit „Sei doch net so dumm“ von Ulla Kling feiert die Bauernbühne Wörthsee heuer ihr 40. Jubiläum. Am Samstag war umjubelte Premiere – im Augustiner, denn eine eigene Spielstätte hat die Bühne nicht.

Als erstes bewirbt sich ein scharfer Feger. Da hätte der Opa nichts dagegen. Lilo will aber nicht putzen, nicht waschen, nicht kochen. Dann stellt sich Fatima mit ihrem „Ich-sein-arme-türkisch-Frau-mit-zehn-kleine-Kinder“-Gejammer vor und packt mal gleich Opas Jacken für Achmed ein. „Was brauchen Opa noch so scheene Kittel?“ Schließlich klingelt Irma an der Haustür Sturm, eine ganz Resolute, und sie bringt ordentlich Schwung in die verstaubte Bude. Aber nach anfänglichen Machtkämpfen finden Opa und Irma schließlich zueinander. Bester Komödienstoff also.

Der Spielort verlangte den Theaterleuten allerdings einiges ab. Mithilfe der Vereine stemmten sie den Bühnenaufbau nebst Technik im Wirtshaus. Künstlergarderoben gibt es aber trotzdem keine. Die Schauspieler wechseln fix die Kostüme am Bühnenrand.

16 Probenabende hat die Truppe hinter sich, Abende, die wie Spielleiterin Elisabeth Bayer, die Tochter des Theatergründers Fritz Schöpf, versichert, immer Spaß gemacht haben. Seit 40 Jahren mit Leib und Seele dabei ist Uli Wischnewski, Gründungsmitglied des Vereins, der sich aus dem Sportverein heraus gebildet hat. Er ist der Publikumsliebling und auch dieses Mal wieder der Star des Abends als Opa Zangerl.

Die Hauptrolle ist ihm auf den Leib geschrieben, er grantelt lebensecht und altersstarrsinnig vor sich hin, verwechselt Müsli mit Vogelfutter und lässt das Gezeter seiner giftigen Streithennen daheim, Tochter und Schwiegertochter, ergeben an sich abprallen. Ihm ebenbürtig an Temperament und Spielfreude ist die überaus bühnenpräsente Barbara Gäch, die als Haushälterin jede Szene trägt. Dabei führte sie auch noch Regie und konnte zwei neue Mitspieler gewinnen.

Der junge Korbinian Polz beweist sein Talent als gemütlicher Sohn Hans, und Stefan Woloski sorgt in seinem Viehdoktorauftritt für Lacher, als er dem Opa eine Riesenspritze in den Hintern jagt. In den Frauenrollen ätzt sich Sabine Bayer giftig und schmallippig durchs Leben und infiltriert die hysterische Gerda (Franziska Gäch), die als stets genervte Alleinerziehende nun wirklich keine Zeit für Opa und seinen Haushalt hat.

Ein Brüller sind natürlich die Bewerberinnen. Annette zur Linden stelzt hochhackig und wunderbar hochnäsig im Minirock über die Bühne, und Karolina Ginner gibt ein herrlich schrilles Bild ab als Türkin. Die grelle Schminke hat ihr Gisela Wipper als Maskenbildnerin ins Gesicht gepinselt. Begeisterter Applaus nach drei Akten, das Haus ausverkauft, die Stimmung bestens.

Weitere Vorstellungen gibt es an den beiden kommenden Wochenenden. Samstags jeweils um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr. Restkarten können noch unter Telefon 01 76 / 66 53 46 56 reserviert werden. Verkauf nur an der Abendkasse, Seepromenade 1.

Von Astrid Amelungse-Kurth

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