Engagiertes Team: Die neue Pflegedienstleiterin Beatrix Gerlach (2.v.l.) umringt von der NBH-Vorsitzenden Marita Heßmann ihrer Stellvertreterin Angelika Rothenanger, Geschäftsführerin Petra Grabmaier und Vorstandsmitglied Gundi Kögel (v.l.). Weil die Frauen frisch getestet waren, konnten sie für das Foto die Masken absetzen.
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Engagiertes Team: Die neue Pflegedienstleiterin Beatrix Gerlach (2.v.l.) umringt von der NBH-Vorsitzenden Marita Heßmann ihrer Stellvertreterin Angelika Rothenanger, Geschäftsführerin Petra Grabmaier und Vorstandsmitglied Gundi Kögel (v.l.). Weil die Frauen frisch getestet waren, konnten sie für das Foto die Masken absetzen.

Beatrix Gerlach ist neue NBH-Pflegedienstleiterin – Werbung auch um junge Mitglieder

„Berufung, aber auch ein Beruf“

Auch Vereine haben in der Corona-Pandemie schwer zu kämpfen. Bei der Nachbarschaftshilfe Wörthsee versuchen alle nach Kräften, das Beste draus zu machen. Zwar fallen fast sämtliche lieb gewonnenen Aktivitäten weg. Doch das Team sitzt für den Wiederbeginn in den Startlöchern. Auch weil er personell derzeit gut aufgestellt ist, kam der Pflegedienst bisher ganz gut durch die Krise.

Steinebach - Neue Leiterin ist Beatrix Gerlach, nachdem Uschi Klingelhöfer in den Ruhestand gegangen ist. Dreimal wöchentlich laufen in den Räumen der Nachbarschaftshilfe an der Etterschlager Straße die Tränen. Dann testen Fachkräfte aus den eigenen Reihen rund 25 Mitarbeiter des Pflegedienstes, des Büros und auch einen Teil der Fahrer auf das Virus. Weil sie es gründlich tun, den Wattestab tief in die Nase schieben, tränen die Augen. Das System hat sich bewährt.„Wir sind bisher ohne einen Fall durchgekommen“, freut sich NBH-Geschäftsführerin Petra Grabmaier bei einem Pressegespräch am Donnerstagvormittag. Bewährt hat sich auch, dass Beatrix Gerlach schon im März 2020 auf FFP2-Masken bestand, damals war sie noch stellvertretende Pflegedienstleiterin. Zu der Zeit waren die gar nicht einfach zu bekommen, „aber ich wollte es nicht verantworten, dass Klienten angesteckt werden“, sagt die 44-Jährige Mutter von zwei Kindern. Unbeschadet sind die rund 40 Klienten und die zehn Kräfte des Pflegedienstes seither durch die Pandemie gekommen. Auch wenn der Aufwand immens ist. Angefangen bei der Testerei, die zumeist den Vormittag in Anspruch nimmt, bis hin zur Beachtung der Hygienemaßnahmen und -regeln. Dass die Kommunikation mit den Masken die Sache nicht leichter macht – geschenkt. Die Anzahl der Tagespflegegäste ist von zwölf auf acht gesunken – wegen der Hygienevorschriften. Doch die Erleichterung darüber, dass die Tagespflege nicht wie schon im Frühjahr 2020 elf Wochen schließen musste, überwiegt. „Damals sind die Klienten stark zurückgefallen“, erklärt NBH-Vorsitzende Marita Heßmann. „Sie waren weniger gefordert, dass haben wir gemerkt“, sagt Beatrix Gerlach. Die Demenz sei bei einigen stark fortgeschritten, und auch die Mobilität habe sich verschlechtert.

Geimpft ist bisher niemand bei der NBH, weder im Team, noch bei den Klienten. „Ich habe im Impfzentrum angerufen, aber es gibt leider für uns noch keinen Termin“, sagte Gerlach. Auf Schnelltests bei den Klienten verzichtet sie bisher, „das ist logistisch nicht machbar“. Die Gäste der Tagespflege aber hielten sich an die Regeln, nur einmal habe ein Herr die Maske nicht tragen wollen. „Schon am nächsten Tag war das kein Thema mehr.“

Der Pflegedienst der NBH ist das eine, doch es gibt auch noch die andere Seite der NBH, die für alle Generationen da ist. Schriftführerin Gundi Kögel hat sich die Zahlen genauer angeschaut und festgestellt: Von den 489 Mitgliedern sind 130 unter 60 Jahre alt. Das bedeute: „Wir sind total überaltert.“ Das sei sehr schade, doch viele Jüngere wüssten nicht, dass die NBH weit mehr sei als ein Pflegedienst. „Bei uns kann man Kurse anbieten und aufbauen, wir bieten ein Ferienprogramm – da geht es um mehr als Kuchenbacken.“ Das alles gebe es für 20 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr. „Es wäre einfach toll, wenn wir jüngere Mitglieder gewinnen könnten. Ich denke, das gilt auch für andere Nachbarschaftshilfen.“ Dabei handele es sich um eine Einrichtung, die es nur in Bayern gebe. „Viele im Norden beneiden uns darum“, weiß Marita Heßmann.

Gerlach, die in Wörthsee lebt und in München den Bachelor of Science in Pflege absolviert sowie Altenpflege gelernt hat, ist trotz aller Herausforderungen glücklich bei der Nachbarschaftshilfe Wörthsee. Sie liebe ihren Job, sie bekomme viel zurück. „Er ist Berufung, aber er ist auch ein Beruf“, sagt sie mit Blick auf die gesellschaftliche Anerkennung.  hvp

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