Er wird gebaut: der Supermarkt in Steinebach am Teilsrain. Friede herrscht im Ort dennoch nicht.
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Er wird gebaut: der Supermarkt in Steinebach am Teilsrain. Friede herrscht im Ort dennoch nicht.

Gegner des Supermarktbaus sehen sich getäuscht

Bürgerentscheid: Initiative tritt nach

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
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Nun wird doch noch nachgetreten nach dem Bürgerentscheid in Wörthsee. Auf ihrer Internetseite machen sich die Unterstützer des Bürgerbegehrens in einer „Nachlese – eine Polemik“ Luft, und es gibt einen offenen Brief an Bürgermeisterin Christel Muggenthal.

Wörthsee - „Machte die erfolgreiche ,Finte’ das Ratsbegehren zum Gewinner?“, wollen Doja Muggenthaler, Hanna Weber und Michael Benzinger in dem Schreiben wissen. Sie finden, die Abstimmung habe „unter Vortäuschung falscher Tatsachen“ stattgefunden. Sie hätten sich von Beginn an die Frage gestellt, warum der Bau des Supermarkts mit dem Bau der Genossenschaftswohnungen unnötigerweise verknüpft worden seien. Schon zwei Tage später sei die Verknüpfung wie weggeblasen gewesen. „Wir erfahren aus der Zeitung, dass Sie die Genossenschaftsbauten doch auch dann weiter verfolgt hätten, wenn das Bürgerbegehren gewonnen hätte.“ Als Beleg dafür dient ein Zitat von Muggenthal aus der Berichterstattung über den Bürgerentscheid im Starnberger Merkur. Auf Nachfrage hatte sie mit Blick auf den Auslobungstext für den Architektenwettbewerb zum Wohnungsprojekt erklärt: „Wenn sich das Bürgerbegehren durchgesetzt hätte, hätten wir den Text natürlich ändern und erneut abstimmen müssen.“ Das ist für die Bürgerinitiative Beleg dafür, dass die Genossenschaftswohnungen also auch ohne Supermarkt gebaut worden wären. Muggenthal und die Räte hätten die Bürger getäuscht, schließen Muggenthaler, Weber und Benzinger. Viele Wörthseer hätten ihre Unterstützung aus diesem Grund zurückgezogen. „Sie wollten nicht schuld daran sein, dass die Genossenschaftswohnungen scheitern.“

Bürgermeisterin Muggenthal äußerte sich am Freitag zu dem Schreiben. „Ich habe immer gesagt, dass wir uns nach dem Bürgerentscheid wieder zusammensetzen, und darüber sprechen, wie es nun weitergeht. Egal, wie es ausgeht.“ Sie bedaure, dass nun nachgetreten werde. „Mir geht es darum, Ruhe in den Ort zu bringen.“ Abgesehen davon wünsche sie sich „einen anderen Umgangston“. Sie werde auf den Brief nicht antworten.

Auch auf ihrer Internetseite schlägt die Bürgerinitiative einen scharfen Ton an. „Polemisch gesprochen“, werde der letzte Rest von Charakter, den die dörflichen Ortsteile von Wörthsee besäßen, „nun Schritt für Schritt einem Ortsentwicklungsvorhaben geopfert, dessen Folgen die Verantwortlichen und die Mehrheit der Bürger nicht wirklich verstanden haben“. Auch die Jugend kommt nicht gut weg: „Wo war eigentlich euer Einsatz?“, heißt es. „Leider gab es ja für die Protestaktionen der Bürgerinitiative kein schulfrei.“  

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