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Lucia aus Hechendorf bei ihrem Traumtag auf dem Erlebnisbauernhof Plabst in Steinebach.

Nach Immundefekt

Dank Spender: Die kleine Lucia war todkrank, jetzt ist Lucia geheilt

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Sieben Jahre ist es her, dass in Steinebach eine große Typisierungsaktion für ein damals todkrankes Mädchen stattfand. 773 Bürger ließen sich Blut abnehmen in der Hoffnung, ein geeigneter Stammzellenspender für die kleine Lucia zu sein. Nun kam die Meldung: „Lucia ist geheilt und voller Lebensfreude.“

Steinebach/Hechendorf – Elisabeth Plabst kann sich noch gut an jenen Tag im November 2012 erinnern. 773 Menschen kamen damals ins katholische Pfarramt nach Steinebach, um der kleinen Lucia zu helfen, die kurz nach ihrer Geburt an dem lebensbedrohlichen Immundefekt HLH erkrankt war. „Das war beeindruckend“, sagt die Bäuerin, deren Hof nur rund 500 Meter vom Pfarrhaus entfernt ist. Noch beeindruckender war für sie aber die Begegnung vor ein paar Wochen. Denn da stand auf einmal ein blondes, sieben Jahre altes, aufgewecktes und fröhliches Mädchen vor ihr: Lucia.

Die Kleine hat ihre heimtückische Krankheit besiegt. „Lucia ist geheilt und voller Lebensfreude“, teilte die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) aus Gauting mit. Die AKB hatte zusammen mit Lucias Familie 2012 die Typisierungsaktion in Wörthsee und eine weitere in Garching-Hochbrück organisiert, wo Lucias Opa Klaus Kögel (61) arbeitete. Die Bürger waren aufgerufen, sich als mögliche Stammzellenspender typisieren zu lassen.

Für Lucia wurde an beiden Tagen zwar kein genetischer Zwilling gefunden, aber: „Bei ihrer Mutter Melanie wurde eine überdurchschnittlich hohe genetische Übereinstimmung festgestellt“, berichtet Klaus Kögel im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Am 12. Dezember 2012 bekam die gerade mal acht Monate alte Lucia in der Haunerschen Kinderklinik in München das Blut ihrer Mutter transplantiert. „Im Rahmen dessen, was die Ärzte erwarten, ist alles relativ nach Plan verlaufen“, sagt der Opa und richtet einen riesengroßen Dank an das ganze Klinikpersonal – und alle anderen Helfer und Unterstützer. Für die Familie sei die Krankheit prinzipiell kein Thema mehr, sagt er.

13 Lebensretter unter 1400 typisierten Bürgern

Die Bilanz der AKB fällt insgesamt sogar noch positiver aus. Denn von den insgesamt 1400 Bürgern, die sich vor sieben Jahren typisieren ließen, seien mittlerweile 13 zu Lebensrettern geworden. „Sie haben ihre Stammzellen gespendet, um anderen Patienten wie Lucia die Chance auf ein neues Leben zu geben“, sagt AKB-Sprecher Martin Prankl. „Für die Stiftung ist es unglaublich ermutigend zu sehen, dass das Engagement im Kampf gegen Blutkrebs, Gendefekte und andere schwerwiegende Erkrankungen des blutbildenden Systems solche wunderbaren Erfolgsgeschichten möglich macht.“

Lucia genießt derweil ihr „neues Leben“ aus vollen Zügen. Sie lebt mit ihrer Familie mittlerweile in Hechendorf, besucht die zweite Klasse der Fünfseenschule in Starnberg und schaut jedes Jahr zu Weihnachten zusammen mit ihrem Großvater bei der AKB in Gauting vorbei. Dort hat Manuela Ortmann die Familie von Anfang an betreut. „So konnte ich miterleben, wie die Kleine zu einem prächtigen, wissbegierigen Schulmädchen wurde“, erzählt sie. Mehr noch: Sie erfüllte Lucia vor kurzem den Wunsch, einmal einen richtigen Bauernhof zu besuchen. Und genau da kommt Elisabeth Plabst aus Steinebach ins Spiel.

Denn auf ihrem Erlebnisbauernhof kam die Siebenjährige nun vorbei, bestaunte Kälber und Mastbullen, streichelte Ponys, Hasen und Katzen – und half eifrig mit beim Melken. „Sie war so wahnsinnig aktiv. Ich konnte gar nicht glauben, dass sie einmal so schwer krank war“, sagt Elisabeth Plabst. „Das war faszinierend.“

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