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Der See und der Freizeitdruck

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Das Bewusstsein für das Ökosystem Wörthsee zu schärfen, war auch Ziel der Aktion des Fischereivereins Pilsensee-Wörthsee. Jugendleiter Martin Lenighk erklärte großen und kleinen Besuchern – hier Papa Gabriel mit (v.l.) Henry, Frieda und Samuel sowie Anna Lenighk (hinten) –, wie alles zusammenwirkt.
Das Bewusstsein für das Ökosystem Wörthsee zu schärfen, war auch Ziel der Aktion des Fischereivereins Pilsensee-Wörthsee. Jugendleiter Martin Lenighk erklärte großen und kleinen Besuchern – hier Papa Gabriel mit (v.l.) Henry, Frieda und Samuel sowie Anna Lenighk (hinten) –, wie alles zusammenwirkt. © Andrea Jaksch

Gleich der Auftakt war ein voller Erfolg: Am Sonntag veranstaltete die Gemeinde Wörthsee ihren ersten Umweltaktionstag. An mehreren Ständen und im Rathaus drehte sich alles rund um die Themen Wasser und Schilf.

Wörthsee – Für den See sei es „wie eine Kläranlage: Es produziert Sauerstoff, belüftet das Wasser; für Fische ist es Laichgrund und quasi die Kinderstube“, Blässhuhn und Rohrdommel brühten in seinem Schutz. Wenn Barbara König-Schmidbauer, Umweltbeauftragte der Gemeinde Wörthsee, über das Ökosystem Schilf spricht, ist sie in ihrem Element. Von Naturromantik sind ihre Ausführungen jedoch weit entfernt: „Das Schilf leidet unter dem Freizeitdruck. Der See kommt ja ganzjährig nicht mehr zur Ruhe“, sagt sie. Schon allein das sei eine enorme Belastung für die Tierwelt, die gerade im Winter mit ihren Kräften haushalten muss. Wenn jedoch Bootsfahrer und Stand-up-Paddler in die geschützten Uferbereiche vordringen, Schilf abknicken und so diesen Lebensraum zerstören, belastet das die Tiere zusätzlich.

Daher nahm sich die Gemeinde Wörthsee an ihrem ersten Umweltaktionstag des Themas Wasser an, im Allgemeinen wie im Besonderen. „Das Thema ist auf jeden Fall aktuell“, sagt Barbara König-Schmidbauer.

Sie sollte recht behalten: Vom Andrang sei sie geradezu „überwältigt“ gewesen, sagt auch Juliane Seeliger-von Gemmingen, zuständig für Kultur und Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde, in der Nachbetrachtung. Seeliger-von Gemmingen hat den Umweltaktionstag zusammen mit König-Schmidbauer und mit Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt organisiert. Sie schätzt, dass mehr als 500 Besucher am Sonntag zu den Ständen von Verbänden, Vereinen, Initiativen und Behörden an den vier Aktionsstandorten Rossschwemme, Rathaus, Birkenweg sowie in den Naturgarten des LBV an der Seeleite gekommen seien. Im Rathaus gab es unterschiedliche Ausstellungen, im Sitzungssaal ein Vortragsprogramm, in der Bücherei ein Kinderprogramm.

Die drei je halbstündigen Vorträge seien alle bei fast voll besetztem Saal über die Bühne gegangen, erzählt Seeliger-von Gemmingen, sie sollen bald auf der Homepage der Gemeinde abrufbar sein. Die Rathausmitarbeiterinnen legten für den Umweltaktionstag selbst Hand an: Seeliger-von Gemmingen, die ursprünglich aus der Filmbranche kommt, steuerte einen 20-minütigen Film bei, er wurde von der in Wörthsee lebenden BR-Moderatorin Christine Rose eingesprochen. Eine von Archivarin Barbara Blankenburg gestaltete Ausstellung kontrastierte „wie viel Schilf es früher am Wörthsee gab“ mit heutigen Aufnahmen, so Seeliger-von Gemmingen.

Was die Kulturbeauftragte besonders beeindruckte: „Es wurde wirklich intensiv diskutiert und sich ausgetauscht.“ Daher soll der Umweltaktionstag der Gemeinde nicht der letzte gewesen sein, angedacht ist ein weiterer in etwa zwei Jahren. Worum es dann gehen könnte? „Wir können uns gut vorstellen, das Thema Moos zu behandeln.“ Gut möglich also, dass als nächstes Bacherner und Schluifelder Moos genauer unter die Lupe genommen werden.

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