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„Die Leute sollen doch Rad fahren“

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Von: Hanna von Prittwitz

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Der Anstieg auf den Moränenhügel im Wald bei Steinebach ist nicht in bester Verfassung. Vor allem wegen dieser Stelle fordern die Befürworter den Ausbau.
Der Anstieg auf den Moränenhügel im Wald bei Steinebach ist nicht in bester Verfassung. Vor allem wegen dieser Stelle fordern die Befürworter den Ausbau. © Hanna von Prittwitz

Die Gemeinden Weßling, Seefeld und Wörthsee können sich über die Befestigung des Radwegs zwischen den Gemeinden nicht einigen. Gartenbauer und CSU-Gemeinderat Jakob Aumiller aus Steinebach hat nun die Entscheidung des Seefelder Gemeinderats, im Wald keine Spritzdecke aufzubringen, kritisiert.

Steinebach – Das letzte Wort über den möglichen Ausbau des Radwegs zwischen Steinebach und Weßling, der zu einem großen Teil über Seefelder Gemeindegrund führt, scheint noch nicht gesprochen. Wie berichtet sehen die Gemeinderäte in Weßling und Wörthsee einen Ausbau der rund zwei Kilometer langen Strecke durch den Wald mit einer Bitumendecke positiv. Der Seefelder Gemeinderat jedoch hat den Einbau einer Spritzdecke abgelehnt. Jakob Aumiller, Gartenbauer und CSU-Gemeinderat in Wörthsee, zählt zu den Befürwortern und hatte sich auch bereit erklärt, die Spritzdecke im Winter mit Splitt befahrbar zu machen. Die Argumente dagegen sind ihm ein Rätsel.

„Einige Äußerungen der Seefelder Gemeinderäte sind nicht zutreffend“, sagte Aumiller gestern im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Wie berichtet, hatte sich die Mehrheit der Seefelder Räte nicht vorstellen können, mitten im Wald mit Bitumen zu hantieren, außerdem sorgten sie sich um die Kosten in Höhe von rund 30 000 Euro sowie wegen Unterhaltskosten. Das Bauamt in Seefeld geht davon aus, dass die schweren Maschinen der Waldbauern die Bitumendecke beschädigen, eine Reparatur sei aufwändig. Gerade im Winter sei die Spritzdecke nicht nachgiebig, wenn Harvester die Wege queren würden, würden die Ränder brechen. Diese Sorge teilen auch die Waldbauern. Mal ganz abgesehen von den technischen Fragen hadern die Seefelder auch mit der Tatsache, dass der Weg vor allem den Weßlingern und Wörthseern dient, die Gemeinde Seefeld aber die höchsten Kosten tragen müsste. Davon abgesehen können die Seefelder an der Eichenallee entlang nach Weßling radeln. Die knapp zwei Kilometer lange Wegstrecke verteilt sich auf die Gemeinden wie folgt: 280 Meter liegen auf Wörthseer Grund, 920 Meter gehören der Gemeinde Seefeld, 880 Meter Weßling. Der Weg zählt zum Alltagsroutennetz des Landkreises und ist Teil des Fernradwegs München - Bad Wörishofen.

Laut Aumiller wird eine Spritzdecke in zwei oder drei Schichten, bestehend aus Natursplit aufgetragen und dann mit Flüssigbitumen gebunden. „Es ist ein sehr kostengünstiges Verfahren und hat nichts mit einer Asphaltierung zu tun“, sagt Aumiller. Ein teurer Bodenaustausch sei nicht notwendig, da die Spritzdecke elastisch wäre. Der Weg sei ohnehin schon stark verdichtet, weitere Maßnahmen seien nicht nötig. „Die Spritzdecke braucht auch keinen Rand- oder Bordstein“, sagt Aumiller, die Entwässerung erfolge über den Fahrbahnrand. „Auch die Befürchtung, dass mechanische Beschädigungen durch die Waldbauern hohe Reparaturkosten verursachen würden, ist nicht richtig“, sagt Aumiller. „Bei Beschädigungen kann punktuell eine weitere Schicht aufgespritzt werden. Diese Arbeiten kann sogar der Bauhof ausführen.“ Weitere Reparaturarbeiten der Wege seien nicht mehr notwendig, „der Winterdienst erfolgt mit natürlichem Streusplitt“. In der Gemeinde Wörthsee gebe es inzwischen einige Kilometer Spritzdecken, „die sich über Jahrzehnte bestens bewährt haben“. Für Aumiller ist die Spritzdecke alternativlos: „Die Leute sollen doch Rad fahren.“ Nach schweren Regenfällen jedoch sei die Wegeverbindung schlecht zu befahren, vor allem bei dem Moränenhügel auf Wörthseer Flur würde es die Radler „regelmäßig schmeißen“. Er findet es an der Zeit, den Ausbau anzugehen: „Das Projekt wird auch gefördert, aber viel Zeit haben wir da nicht mehr.“

In der Sitzung des Wörthseer Gemeinderats diese Woche hatte Bürgermeisterin Christel Muggenthal die Räte über die Skepsis der Seefelder informiert. „Wir bedauern das“, sagte sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. In ihren Augen sei jedoch der besagte Moränenhügel tatsächlich das größte Problem. „Möglicherweise können wir zumindest dort eine Spritzdecke aufbringen.“ Am heutigen Donnerstag ist erneut ein Gespräch der drei Bürgermeister zum Thema geplant.

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