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Einzelmaßnahmen statt Hitzeschutzplan

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Von: Hanna von Prittwitz

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Die Gemeinde Wörthsee will sich gegen Hitze besser rüsten.
Die Gemeinde Wörthsee will sich gegen Hitze besser rüsten. © Marcio Jose Sanchez

Das Klima ist im Wandel. Die Grünen in Wörthsee haben daher die Erstellung eines gemeindlichen Hitzeschutzplans beantragt. Dafür konnte sich die Mehrheit des Gemeinderats zwar nicht erwärmen. Dennoch soll in einer Sondersitzung über Maßnahmen gesprochen werden.

Wörthsee – „Noch vor dem kalendarischen Sommeranfang am 21. Juni dieses Jahres stiegen die Temperaturen in Bayern über 35 Grad“, heißt es in einem Antrag der Grünen an den Wörthseer Gemeinderat. Weil Hitzeschutz und Hitzevorsorge vor allem Aufgaben der Kommunen seien, müssten Risikogruppen wie Senioren und Kinder besonders geschützt werden. Dazu sei die Erstellung eines Hitzeplans notwendig. Zu einer Abstimmung darüber kam es in der Gemeinderatssitzung am Montag nicht. „Aus Sicht der Verwaltung ist die Aufstellung eines gemeindlichen Hitzeschutzplans ein überbordendes bürokratisches Monsterwerk“, hatte Geschäftsstellenleiterin Christa Heintel in der Vorlage bereits angemerkt. Wohl aber soll im Frühjahr eine Sondersitzung zum Thema stattfinden, bei der auch Einzelmaßnahmen beschlossen werden könnten.

Dazu zählt zum Beispiel, dass gefährdete Gruppen rechtzeitig besonders informiert und die ambulanten Pflegedienste in diesen Phasen auch von der Gemeinde unterstützt werden, wie es die Grünen fordern. Wichtig seien auch Neupflanzungen von Bäumen, möglicherweise ein Baumkataster und Nachpflanzungen. Die gemeindlichen Liegenschaften soll die Gemeinde auf Hitzeschutz überprüfen.

Nicht zuletzt wollen die Grünen auch die Rahmenbedingungen für die zukünftige Wassersicherheit gestalten. Dazu hatten sie mehrere Fragen formuliert, die bei der AWA Ammersee abgefragt werden sollten. In der Sitzung konnte Bürgermeisterin Christel Muggenthal bereits deren Antworten präsentieren. So werden beispielsweise an den Brunnen alle 15 Minuten Messwerte aufgezeichnet und archiviert. Seit 2011 sind die Werte im Archiv nachzulesen. Ausnahme ist der Brunnen in Auing, dort wird monatlich per Hand gemessen. Langfristige Tendenzen zu den Messungen liegen nicht vor, seit Beginn der Aufzeichnungen gab es sowohl höhere als auch niedrigere Grundwasserpegel. „Generell befinden wir uns aktuell jedoch im Bereich niedrigerer Pegelstände“, so die AWA.

Die Grünen hatten auch wissen wollen, ob die eigenen Brunnen im Gemeindegebiet sicher seien. Laut AWA sind die Entnahmerechte für die Brunnen Auing und Schluifeld bis Ende Dezember 2028 befristet. Die AWA geht jedoch davon aus, dass auch „darüber hinaus und langfristig Wasser entnommen werden kann“. Eine Gefährdung ergebe sich am Brunnen Schluifeld durch die Weßlinger Umgehung, die das Wasserschutzgebiet durchkreuzt, Der Brunnen Auing sei nicht sehr leistungsfähig, aufgrund seines Tiefenwassers aber gut vor Beeinträchtigung geschützt. Eine vorsorgliche Ausweisung von Wasserschutzgebieten ist in den Augen der AWA nicht möglich.

Bei Wasserknappheit stehe „ein leistungsfähiger Verbund mit der Wassergewinnung Vierseenland zur Verfügung“. Allerdings zeige ein aktuell beantragtes Wasserschutzgebiet der Wassergewinnung Vierseenland im Unterbrunner Holz, „dass der Sicherung der Trinkwasserversorgung beziehungsweise der regionalen Wassergewinnung nicht der höchste Stellenwert eingeräumt wird“. Der Druck durch Nutzungskonkurrenten wie etwa den Kiesabbau sei immens. Rückhaltebecken für Niederschlagswasser wie öffentliche und private Zisternen machten hingegen immer Sinn und könnten auch die Situation bei Starkregen entschärfen. Allerdings bräuchte es dazu eine Vielzahl solcher Systeme. Als sinnvoll erachtet die AWA auch Gründächer: Dort könne das Wasser verdunsten, „ganz nebenbei wird neuer Lebensraum geschaffen“.

Bürgermeisterin Muggenthal war auf Rückfrage zuversichtlich, dass der Schutz der Risikogruppen in Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftshilfe zu gewährleisten sei. „Sie gehen in die Häuser und wissen, wie die Menschen leben.“ Die Gemeinde sei bereit, im Notfall zu helfen. Was aber Baumpflanzungen angehe, da helfe nur ein Appell an die Privatgrundbesitzer, die oft wegen eines besseren Seeblicks Bäume fällen würden. „Es wäre schön, wenn alte Bäume auch mal stehengelassen würden.“

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