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Feierstunde für ein großes Projekt: (v.l.) Michael Dey (SLV), Karsten Hartz-Behrend (Universität der Bundeswehr), Staatssekretär Roland Weigert, Firmengründer Helga und Heinz Soyer, Dr. Christian Haslbeck (Bayerische Forschungsstiftung), Professor Heidi Cramer (GSI), Mitarbeiter Andreas Jilg und Heinz Soyer jun. 

Firma Soyer

Zwischen Handwerk und Hochschule

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Die Etterschlager Firma Soyer nimmt ein Forschungsprojekt in Angriff. Es geht um den Lichtbogen beim Bolzenschweißen. 

Etterschlag – Indirekt hat jeder täglich mit Bolzenschweißtechnik zu tun. Denn diese kommt immer dann ins Spiel, wenn es um unsichtbare, dichte, lochlose Verbindungstechnik geht – bei Kaffeemaschinen, Kochtöpfen oder auch Fahrzeugen und noch viel mehr. Experte auf diesem Gebiet ist seit bald 50 Jahren die Firma Soyer in Etterschlag. Dort geht es nicht nur um das Handwerk, sondern auch die Forschung. Dafür gab es im Rahmen einer kleinen Feierstunde einen Bescheid von der Staatsregierung: Für das Forschungsprojekt „Neues Aluminiumschweißverfahren bis 12 mm“ überreichte Staatssekretär Roland Weigert gemeinsam mit Dr. Christian Haslbeck von der bayerischen Forschungsstiftung einen Förderbescheid in Höhe von knapp 380 000 Euro.

Helga und Heinz Soyer gründeten ihr Unternehmen 1970 in Planegg. Seit 1986 hat die Firma ihren Sitz in Etterschlag, die Anzahl der Mitarbeiter bewegt sich seit einiger Zeit bei etwa 65. Der 79-jährige Heinz Soyer leitet die Geschäfte heute gemeinsam mit Sohn Heinz jun., Tochter Ingrid macht das Marketing. Schwiegerkinder und Enkelkinder sind involviert, sprich, die vielfach ausgezeichnete Firma Soyer ist ein mittelständisches Familienunternehmen, wie es im Buche steht. Als „Juwelen der Wirtschaft“, bezeichnete Weigert Firmen dieser Art. Und dass das innovative Handwerk die Türschwelle zur Hochschule überwinde, „ist richtungsweisend“. Haslbeck sprach von einem „High-Werker“, dessen Projekt bei der Prüfung für den Förderbescheid allerbeste Noten erhalten habe.

Ein Ingenieur, ein Meister und ein Facharbeiter sind nun zwei Jahre lang im Einsatz, um den Aluminium-Bolzenschweißprozess mittels neuer Verfahrensansätze zu verbessern. Im Fokus steht ein neues Verfahren, mit dem innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde Aluminiumbolzen mit Durchmessern größer als zwölf Millimeter wiederholbar auf Aluminiumbleche geschweißt werden können. Das Besondere dabei ist eine Bolzenschweißpistole, die im Millisekundenbereich am Fuß des Bolzens einen rund 1000 Grad heißen Lichtbogen erzeugt, der das Aluminium des Bolzens und des Bleches in dieser kurzen Zeit zum Schmelzen bringt, um anschließend eine stabile Verbindung zu erzeugen. Eine spannende Forschungsaufgabe – die jedoch nur in einem Verbund zwischen Industrie und Forschung lösbar scheint.

Aluminium gilt als Werkstoff der Zukunft und nimmt im Bereich des Bolzenschweißens stetig an Bedeutung zu. „Das ist ein Vorhaben, das ich schon lange vor mir herschiebe“, gestand Heinz Soyer senior bei seiner Begrüßungsrede. Er habe nicht immer auf Aluminium gesetzt, aber nun sei es doch sehr gefragt. Er sei überzeugt, dass die Zusammenarbeit zum Erfolg führen werde, sagte Soyer: „Es ist mir eine Ehre.“

Mit im Boot sind die Universität der Bundeswehr in Neubiberg sowie die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt München (GSI) der Gesellschaft für Schweißtechnik international mbH (SLV).

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