An die 800 Menschen haben das Bürgerbegehren gegen den Supermarkt am Kuckuckswald unterschrieben. Am Dienstag übergaben Birgit Powell und Heiko von Tippelskirch die Listen an Bürgermeisterin Christel Muggenthal (vorn, v.l.).  Foto: Andrea jaksch
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An die 800 Menschen haben das Bürgerbegehren gegen den Supermarkt am Kuckuckswald unterschrieben. Am Dienstag übergaben Birgit Powell und Heiko von Tippelskirch die Listen an Bürgermeisterin Christel Muggenthal

Bürgerbegehren

Fast 800 Unterschriften gegen Supermarkt

Das Bündnis „Rettet den Kuckuckswald“ hat am Dienstag Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal fast 800 Unterschriften überreicht. Diese wurden im Rahmen eines Bürgerbegehrens gesammelt und richten sich gegen den Bau eines Vollsortimenters.

Steinebach – Erst Transparente, dann eine Unterschriftensammlung und gestern nun die Übergabe: In der Gemeinde Wörthsee nimmt der Widerstand gegen die Pläne, am Kuckuckswald nahe des Teilsrains einen Supermarkt zu bauen, immer mehr Gestalt an. Binnen eineinhalb Wochen hat das Bündnis „Rettet den Kuckuckswald“ fast 800 Unterschriften gesammelt.

„Die genaue Zahl wissen wir nicht“, erklärte Sprecherin Birgit Powell, die gemeinsam mit Heiko von Tippelskirch und in Anwesenheit zahlreicher Bürger eine dicke Mappe mit Listen an Bürgermeisterin Christel Muggenthal übergab. Zu viele dieser Listen seien in ganz Wörthsee im Umlauf gewesen, sagte Powell. Eine Minute vor der Übergabe sprang auch noch eine junge Frau aus ihrem Auto, die das Begehren in letzter Minute unterzeichnen wollte.

Christel Muggenthal machte gute Miene zum überraschenden Spiel. „Wir haben schon zu Zeiten von Bürgermeister Peter Flach über diese Planungen gesprochen“, sagte sie. „Und wir haben immer wieder berichtet und das Konzept vorgestellt.“ Mittlerweile befindet sich die Gemeinde im Auslegungsverfahren. Doja Muggenthaler, die sich mit ihrer Initiative „Wörthsee für Artenvielfalt“ dem Protest gegen die Planungen am Kuckuckswald angeschlossen hat, räumte offen ein, spät dran zu sein. „Wir sind immer davon ausgegangen, dass der Supermarkt in den alten Tengelmann an der Hauptstraße kommen soll“, sagte sie. Es sei noch nicht lange her, dass sie von den genauen Planungen am Rande des Kuckuckswaldes erfahren habe.

Wie berichtet, soll neben dem genossenschaftlichen Wohnbauprojekt der Maro am Waldrand ein Vollsortimenter mit 1470 Quadratmetern Verkaufsfläche inklusive Backshop entstehen. Für das in Holzbauweise geplante Gebäude müssen rund 2000 Quadratmeter Bannwald gefällt werden. Insgesamt erstreckt sich das Waldstück auf knapp 4600 Quadratmeter. Als Ausgleich ist am Ziegelstadel die Anpflanzung eines Buchenwaldes auf 2493 Quadratmetern Fläche vorgesehen.

Dem Bündnis ist der Supermarkt zu groß, es kritisiert die Flächenversiegelung, die ökologischen Langzeitschäden durch die Fällungen und die Beeinträchtigung des Landschaftsbilds. Wenn schon ein zweiter Supermarkt in der Gemeinde, dann nicht nur 1,2 Kilometer vom bestehenden Supermarkt entfernt, lautet ein weiteres Argument. Mit dem Bürgerbegehren fordert das Bündnis, das Bauleitverfahren für den Bebauungsplan sowie die Änderung des Flächennutzungsplans einzustellen.

Laut Bürgermeisterin Muggenthal werden die Unterschriften nun überprüft. „Dazu sind wir verpflichtet“, sagte sie. Das Quorum für ein Bürgerbegehren liegt in Wörthsee bei 404 gültigen Unterschriften. Es ist also davon auszugehen, dass dieses erreicht wird. Das Bündnis hatte sicherheitshalber 500 Unterschriften angepeilt und liegt nun weit darüber.

Neben den Unterschriften prüft die Gemeinde auch die Fragestellung des Bündnisses für das Bürgerbegehren. Diese lautet: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Wörthsee für den geplanten Neubau eines Lebensmittelvollsortimenters mit Wohnungen keine planungsrechtlichen Voraussetzungen schafft und deshalb das Bauleitplanverfahren (...) einstellt und nicht weiterverfolgt?“

Hält das Begehren der juristischen Überprüfung stand, kann der Gemeinderat dessen Ziele übernehmen und die Planung einstellen. Oder aber er lässt die Wörthseer per Bürgerentscheid abstimmen. Lehnt der Gemeinderat die Zulässigkeit ab, können die Initiatoren dagegen vor Gericht gehen. „Im Januar steht das Thema wieder auf der Tagesordnung. da werden wir uns damit befassen“, kündigte Muggenthal an.

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